Danke für dein Engagement [Brief der Wertschätzung an dich]

Wenn du dich in diesen wilden Zeiten gesellschaftlich engagierst, ist dieser Brief für dich. Denn ich will dir sagen: Danke, dass es dich gibt. Menschen wie du sind die wahren Heldinnen und Helden unserer Gesellschaft. Wir schenken den Ausnahmeerscheinungen aus Politik und Tagespresse viel zu viel Aufmerksamkeit. Und nehmen das tägliche Engagement zu wenig wahr, das unsere Gemeinschaft jede Minute aufrecht erhält. Deshalb will ich dir sagen: Danke für dein Engagement. Für das, was du tust, wie du bist, und für das, was du schon getan hast. Und was du noch alles tun wirst.

Leute wie du puffern die Härtefälle des Lebens ab und machen das Unerträgliche erträglich.

 

Danke für das, was du tust

Danke, dass du Kinder zur Welt gebracht hast und sie ernährst und erziehst und durch Krisen geleitest. Dass du zurückstehst, für sie da bist, deinen ganzen Lebensablauf auf sie einstellst. Danke, dass du ihnen alles beibringst, was du kannst und weißt, dass du ihnen nach besten Möglichkeiten den Weg ins Leben ebnest mit unzählbaren Stunden des Engagements. Danke, dass du ihnen den Rücken stärkst und ihnen Halt vermittelst, auch wenn du selbst zu kämpfen hast.

 

Vielen Dank, wenn du die Kinder anderer Leute erziehst, ihnen funktionierende Regeln und ein gutes Selbstbewusstsein vermittelst. Danke, dass du ihnen mit Engelsgeduld Orientierung und bleibende Werte mit auf den Weg gibst, dass du versuchst, die Versäumnisse unserer heutigen Lebensweise auszugleichen, und das unter schwierigen Bedingungen. Danke für deine Standhaftigkeit auch in den wechselnden Fällen unseres gesellschaftlichen Lebens.

 

Wenn du in deiner Familie oder Wahlfamilie für andere da bist, ob als Großeltern, Tante oder Onkel oder einfach aus Freundschaft – Danke. Du bist eine Anlaufstelle, zu dir können sie kommen, wenn sie Rat oder Hilfe brauchen. Das ist unendlich wichtig. Danke, dass du sie anrufst, ihnen Mut machst, ihnen zuhörst, für sie einkaufst, auch jetzt für sie da bist – aus diesen Verbindungen besteht unser eigentliches Leben.

 

Danke, dass du im Dienst bist, wo du selbst dich gefährdest, um Menschen zu helfen und Leben zu retten. Ohne dich würde es nicht gehen. Danke, dass du Menschen aus brennenden Häusern und Fluten rettest. Du nimmst die Sonderschichten, den Bereitschaftsdienst und den Alarm auf dich und auch die Misserfolge, wenn dir jemand unter den Händen wegstirbt. Du gibst alles und bist für andere da, auch in diesen ungewissen Zeiten. Es tut mir furchtbar leid, was du durchmachst. Und ich bin so froh, dass es dich gibt.

 

Wenn du Kinder und Jugendliche unter erschwerten Bedingungen unterrichtest, ihnen Wissen und Regeln vermittelst und dich mit ganzem Herzen einbringst; wenn du die Stellung hältst, ihnen ein Gegenüber bist und der Gegenpart, an dem sie sich reiben – Danke, dass es dich gibt. Wenn die Kinder es schwer haben oder selbst schwieriger werden, wenn Unterricht zusätzlich angesetzt oder tagesaktuell abgesagt wird – Du bist auf deinem Posten, und ich weiß, dass es nicht leicht ist. Du ringst auch um Stabilität – du sollst wissen, wie wichtig du bist.

 

Danke für dein Engagement für ein funktionierendes Gemeinwesen – dass du einspringst, deinen Dienst machst, in Schnee und Regen auf der Straße unterwegs bist, haarsträubende Zeitpläne einhältst und uns mit unseren Autopannen hilfst und unsere Straßen baust. Und Danke, wenn du den Müll wegbringst, den Schnee wegräumst zu unmöglichen Zeiten und die öffentlichen Anlagen in Ordnung hältst.

Danke für deine Arbeit

Wenn du mit emotionaler Kompetenz, Empathie und psychologischem oder medizinischem Fachwissen kranke Menschen behandelst, ihre seelischen und körperlichen Krankheiten linderst und dich dabei auch noch mit den krassen Rahmenbedingungen der Gesundheitsverwaltung herumschlagen musst – Danke, dass du diesen Job machst. Du bist so unendlich wichtigst und stabilisierst diese Gesellschaft.

 

Danke, dass du für Menschen in den schweren Situationen des Lebens da bist und ihnen Beistand schenkst, wenn sie verletzlich sind. Dass du dich den Krisen und schwierigen Gefühlen stellst und ein Gegenüber bist. Danke, dass du ihnen zuhörst und sie aushältst und ihnen in der Not Hoffnung und Hilfe vermittelst.

 

Wenn du pflegebedürftige Menschen pflegst, versorgst und aufmunterst unter schwersten Voraussetzungen – Danke für dein riesiges Engagement. Ich weiß, was du auf dich nimmst, welche Schichten und Stunden du arbeitest, was du in unmöglichen Situationen möglich machst auf eigene Kosten. Du bist der rettende Engel des Alltags. Du machst für viele das Leben lebenswert.

 

Wenn du Menschen Orientierung und Rat gibst in Krisensituationen, wenn du sie mit Coaching und Beratung unterstützt in Zeiten der Suche und der Krise – Danke für deine Arbeit. Und wenn du Menschen erfreust mit deinen Künsten und ihnen Inspiration und Ermutigung schenkst mit deinen Kursen, deinem Blog, deinen Büchern – Danke, dass es dich gibt. Dein Beitrag ist kostbar und muss wertgeschätzt werden.

 

Wenn du für andere Leute saubermachst mit viel zu wenig Dank und Wertschätzung und für zu wenig Geld, und dir trotzdem Mühe gibst, den zu straffen Zeitplan zu schaffen – Danke, dass du diese Arbeit machst.

 

Danke für deinen Einsatz

Danke, dass du kommst, wenn wir das Notruftelefon anrufen. Immer auf Abruf für den nächsten Notfall, die nächste Krise, den Kollaps oder den Konflikt. Ohne dich könnte alles nicht funktionieren, und du erntest oft zu wenig Dank.

 

Danke, dass du dich in der Gefahr um die Wahrheit bemühst, um eine differenzierte Berichtserstattung, um friedliche Lösungen. Und Danke, wenn du in Öffentlichkeit und Politik an einer ehrenhaften, wertschätzenden Kommunikation festhältst unter erschwerten Bedingungen.

 

Wenn du dich für den Erhalt unserer Umwelt engagierst gegen Widerstände, und unermüdlich an kleinen Verbesserungen arbeitest, Danke! Ich weiß, du leidest unter dem, was du siehst, aber andere noch nicht erkennen können. Und du setzt dich mit all deiner Kraft ein, im Großen oder im Kleinen, in der Öffentlichkeit oder privat – Danke für deinen Einsatz.

Wenn es zum Verzweifeln ist, können wir füreinander da sein. Einander stärken und Mut machen.

Deshalb Danke für dein Engagement!

 

Danke für dein Engagement

Egal, in welchem Beruf du tätig bist oder wo du im privaten Bereich für andere Menschen da bist, ihnen freundlich begegnest und dich mitmenschlich verhältst. Wenn du hilfst und das Unmögliche möglich machst – Danke, dass es dich gibt.

 

Ob in einer Verwaltung, an einem Schalter, in einem Bus oder Zug, in einer Einrichtung, im Laden oder hinter einer Theke, wenn du einkaufst oder in der Öffentlichkeit unterwegs bist – Danke, dass du tagtäglich mitwirkst an einer funktionierenden Gesellschaft. Auch und gerade in Zeiten der Krise.

 

Danke, dass du einen Schritt weitergehst, den zusätzlichen Anruf machst, den hilfreichen Tipp gibst, das offene Ohr hast, die Geduld aufbringst und auch schwierige Menschen erträgst und ihnen auf Augenhöhe begegnest.

 

Wenn du in einem Team Verantwortung übernimmst, alles am Laufen hältst, andere beruhigst und ihnen Mut machst und ihnen den Rücken stärkst – Danke dafür, dass du das machst.

 

Danke, dass du die Stellung hältst

Danke, dass du in einem anstrengenden Job die Stellung hältst, deinen Platz im Team einnimmst, andere mit deiner Motivation mitziehst, ihnen etwas abnimmst und ihnen das Gefühl gibst, sie zu sehen.

 

Wenn du dich in der Nachbarschaft oder Hausgemeinschaft einsetzt, in deinen sozialen Kreisen oder in einem Verein für andere da bist, wenn du im Frauenhaus, bei einem Notruf, in der Beratungsstelle tätig bist – Danke, dass du dich engagierst.

 

Danke, dass du sanftmütig und freundlich reagierst, wenn andere gerade im Stress untergehen.

Danke, dass du bereit bist, für dich selbst Verantwortung und Fürsorge zu erlernen, auch wenn es schwer fällt. Du weißt, dass du besser für andere da sein kannst, wenn es dir gut geht. Trotz verschiedener Einschränkungen arbeitest du dich vor – Danke dafür, dass du das machst.

 

Danke, dass es dich gibt.

Danke, dass dir Menschen wichtig sind und du sie nach besten Kräften unterstützen willst.

 

Ich weiß, es ist mühsam.

Die Rahmenbedingungen erschweren dir dein Engagement, anstatt es zu erleichtern.

Du bist oft unendlich frustriert. Das, was du siehst, nimmt dich manchmal sehr mit.

Und gerade jetzt ist es besonders schwer. Niemand weiß, was geschieht.

 

Aber du machst mit deinem Job weiter, mit deinem Ehrenamt, wenn du kannst; mit deinem privaten Engagement. Mit deiner menschlichen Einstellung.

 

Du bist da. Und das ist wichtig. Denn du wirst gebraucht.

 

Danke für dein Engagement

Wegen Menschen wie dir funktioniert unsere Gemeinschaft so gut, wie sie es tut.

Unser gegenseitiges Engagement macht unser Leben lebenswert.

Macht uns die Krise erträglich.

 

Das ist wichtiger als alles andere. Wichtiger als Geld und Profit und Sollzahlen.

Wichtiger als Wohlstand und Ruhm und Werbung und Wachstum.

 

Es ist das, was unser Leben am Laufen hält.

Was unsere Gesellschaft eigentlich ausmacht.

 

Danke, dass es dich gibt.

 

Jana Lindberg

 

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4 Replies to “Danke für dein Engagement [Brief der Wertschätzung an dich]”

  1. Du denkst auch an diejenigen, die das selbst gar nicht auf dem Schirm haben. Dankesehr. Ich fand mich auch ein paar Mal bei gar nicht so offensichtlichen Engagements wieder. Ich finde, wenn es üblicher würde, mehr Wertschätzung zu zeigen, könnten wir alle die Welt zu einem noch besseren Ort machen.

    1. Freut mich sehr, liebe Grane,

      dass du dich auch wiedergefunden hast. Du sagst es: Die Welt zu einem besseren Ort machen, ich glaube, es geht viel mehr, als wir uns zutrauen. Vielleicht sollten wir ebenso viele Briefe des Danks und der Wertschätzung schreiben wie Protestbriefe.

      Einander zu bestärken, ist so wichtig – und wir tun es alle schon. Die ganze Zeit. Das finde ich toll.
      Herzlichen Dank für deinen Kommentar
      und liebe Grüße
      Jana

  2. Liebe Jana Lindberg,

    Zuerst möchte ich „Danke, dass es dich gibt“ an dich zurückgeben. Für mich ist in meiner aktuellen Situation diese Methode tröstlich, dennoch fühle ich mich nach wie vor hilflos: ich engagiere mich auf kommunalpolitischer Ebene mit einer Überzahl an Männern und nur zwei weiteren Frauen. Diese stammen aus dem Ort und sind bereits seit über zwanzig Jahren aktiv. Sämtliche Projekte, die ich mit initiiert bzw. selbst erfolgreich angestoßen habe, werden von ihnen schlecht gemacht oder ich werde beleidigt: „Das ist vollkommener Schwachsinn, den du da erzählst“. Interessanterweise kümmern sie sich in dem einen oder andern Fall gemeinsam und erklären es zu ihrem Thema. Aus diesem Grund zweifle ich ob es gut ist, dass ich mich engagiere. Ich bin darüber zutiefst betrübt und nach knapp fünf Jahren haben sie mich so weit, dass ich über die Aufgabe des Ehrenamtes ernsthaft nachdenke.

    Ich nehme deine Dankesworte nun mit ins Bett und werde sicherlich deshalb jetzt schlafen können. Vielen Dank für dein Engagement liebe Jana und

    Herzlichste Grüße

    Karin

    1. Liebe Karin,

      herzlichen Dank für den berührenden Kommentar, und es freut mich sehr, dass Trost durch den Artikel für dich entsteht, durch das „Danke“. Gesehen und gewürdigt werden ist ein tiefes Bedürfnis für uns, wenn wir uns engagieren. Gegenseitige Kooperation ist sozusagen menschliche Mechanik, so funktionieren wir.

      Engagement in der Kommunalpolitik als Frau ist total wichtig! Es ist etwas sehr Kostbares und wird gebraucht. Das bringt unsere Demokratie voran. Bei Gegenwind kann es die Betreffende Kraft kosten. Ich habe gelesen, dass die weibliche Beteiligung in der Politik im Rückgang ist – das macht es für die Engagierten umso härter! Also erstmal Danke und großes Kompliment für das, was du tust. Das wirst du sicherlich auch immer wieder hören, wenn auch vielleicht nicht im direkten Gremium.

      Mir kommt sofort der Gedanke: Hast du persönlich ein Team hinter dir, eine Gruppe unterstützender Frauen? Nicht unbedingt in der Politik selbst (wäre natürlich toll), sondern wie ein Frauenclub, ein Erfolgsteam? Barbara Sher hat diese Erfolgsteams erfunden, und sie bilden eine unerschöpfliche Quelle von neuer Kraft und Selbstbewusstsein. Vielleicht kannst du mit Freundinnen zusammen eines gründen, also z.B. monatlich ein Treffen, wo reihum über Projekte gesprochen und jede unterstützt wird, gemeinsam Strategien entickelt werden. Oder eventuell findest du sogar in deiner Nähe ein bestehendes Erfolgsteam nach Barbara Sher? Das ist wie ein Vitaminbooster für das seelische Immunsystem.

      Wir denken meistens, wir müssen uns alleine durchkämpfen. Mit Unterstützung ist alles so viel leichter.

      In Deutschland bildet Dr. Gudrun Schwarzer die Erfolgsteamleiterinnen aus, und auf ihrer Webseite findet sich auch die Liste von Städten, wo es welche gibt, hier: https://www.wishcraft-online.de/ausbildung-zum-zur-erfolgsteam-leiter-in. Alternativ könnte vielleicht das Buch Wishcraft helfen, das die Grundlage der Arbeit in Erfolgsteams darstellt. Das verschiebt die Dimensionen, was alles möglich ist.

      Egal wie, Frau braucht einen Kreis ermutigender Personen um sich herum! Und das wünsche ich dir von Herzen. Die Suche ist es wert.

      Wenn du so ein Team oder einen kleinen Kreis um dich hast (3 bis 5 Personen reichen schon, auch ein oder zwei Ermutigerinnen machen schon den Unterschied), dann kannst du entscheiden, ob du mit neuer Motivation und Kampfgeist und neuen Strategien auf Dauer im Setting der Kommunalpolitik weiterwirken willst.

      Alles Gute, Karin! Du bist nicht allein.
      Deine Jana

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