Erholung gehört zum Leben – Lebe das Yin

Unser Alltag ist so voll, dass er nur ohne Pausen machbar scheint. Als Individuen und als Gesellschaft haben wir uns ständiger Aktivität verschrieben. Die andere Stimme können wir kaum hören: Die Stimme von Langsamkeit und Ruhe. Doch ohne Ausgleich können wir nicht in Balance sein. Erholung gehört zum Leben. Katzen wissen das.

Viele von uns fahren mit Yang-Antrieb auf der Überholspur und werden dann durch gesundheitliche Beschwerden aus dem Verkehr gezogen. Der Körper verordnet uns den ausgleichenden Yin-Modus. (Siehe letzter Artikel Stress pur! Wieder mal aus der Kurve geflogen? Dieses Geheimnis steckt dahinter.)

Immer nur Spannung und Zielbewusstsein (Yang) braucht sich irgendwann selbst auf. Gerade künstlerische Menschen mit vielen Interessen brauchen auch die andere Seite (Yin). Immer nur Tag würde uns müde machen. Wir brauchen die Nacht.

Erlaube dir deshalb Zeiten der Erholung. Sie schaffen erst Raum und Zeit für das Träumen, für die Kreativität. Das Schöpferische entsteht völlig neu aus einem nicht-zielgerichteten Zustand.

 

Erholung gehört zum Leben

In diesem Artikel beschreibe ich eine machbare Lösung für das übermäßige Funktionieren: Du kannst die Kraft von Erholung und Auftanken im Leben verstärken, indem du das Yin lebst. Als ich vor Jahren im Winter krank geworden war und nur schwer wieder hochkam, sagte meine Heilpraktikerin zu mir: „Lebe das Yin.“ Da habe ich zum ersten Mal diesen Zusammenhang begriffen.

Das Gute: Wenn du dir des Überschusses an Yang bewusst geworden bist, bekommst du automatisch Sehnsucht nach dem Yin. Nach dem Ausgleich, der langsameren Gangart, mehr Stille. Annahme und Atempausen. Und diese Sehnsucht hilft dir, Änderungen vorzunehmen. Und wie?

Wir können dem Yin wieder Raum geben. Unseren schwachen Seiten, der Regeneration, dem Ungezielten, dem Langsamen. Dem Dasein an sich Raum geben. Und so geht es:

 

Übung: Gehe auf die Suche danach, was für dich Yin bedeutet

Programmiere deinen Geist auf Erholung, indem du dir diese Fragen stellst:

  1. Wann und wo könntest du zwischendurch zur Ruhe kommen? (Und wenn es nur für drei Atemzüge ist.)
  2. Wann und wie kannst du Pausen ermöglichen? (Zum Beispiel für fünf, zehn oder zwanzig Minuten.)
  3. Wie kannst du verharren und auftanken? Was liegt dir? (Wir sind alle unterschiedlich in unserem Naturell, in Spannung und Entspannung.)
  4. Wie könntest du Übergänge sanfter machen? Gas geben und bremsen geschmeidiger gestalten? (Morgens vor der Arbeit? Auf dem Nachhauseweg? Nach konzentrierter Arbeit?)
  5. Wo ist Abwarten die bessere Strategie? Wo ist Passivität geschickter als Aktivität? (Manche Aktivitäten können wir uns eigentlich sparen.)
  6. Könntest du dir erlauben, dass du auch Schwächen hast? (Jeder Mensch hat sie.) Wie kannst du milder zu dir sein?

Vielleicht machst du dir Notizen. Auf irgendeinem Zettel, auf dem Handy, egal wo.

Hör dir selbst zu: Die Gedanken, die in deinem Geist aufsteigen, sind jetzt genau die richtigen für dich. Vertrau auf deine Intuition. Niemand funktioniert so wie du, dein inneres Wissen über Erholung und Ausgleich zählt.

Hm, wird das denn schon reichen? So ein paar Gedanken?

 

Ausgleich bedeutet: eine Annäherung

Wir denken ja gerne an große Lösungen. Unsere Erschöpfung sagt: „Ich brauche eine laaaange Auszeit!“ Doch es braucht nicht unbedingt einen mehrwöchigen Schweige-Retreat oder Urlaub, um eine Stresszeit auszugleichen. Kleine Veränderungen, die auf Dauer wirken, sind viel wichtiger. Sie verwandeln unser Energiemanagement.

Ausgleich bedeutet, wir wollen neben das zu viele Yang in unserer Lebensweise das nötige Yin stellen und beides in Harmonie bringen. Es ist eine Annäherung. Und die reicht.

Ich weiß, dass es nicht leicht zu glauben ist. Erholung ist so ungewohnt. Wir wissen nicht, wie wir sie unterbringen sollen. Wir sind zu unruhig, um uns auszuruhen. Da hilft nichts anderes, als mit Tricks zu arbeiten!

Nämlich mit kleinen Schritten.

 

Lebe das Yin – und mach dabei ganz kleine Schritte

„Mach mal eine Pause.“ „Mach mal gar nichts.“ Fällt dir das leicht oder schwer?

Wenn es dir schwer fällt, dann gehe besonders sanft vor. Eine bestehende Balance zu verändern geht am besten in minimalen Einheiten. Mach winzig kleine Schritte Richtung Yin.

Zum Beispiel:

  • Einmal durchatmen, ehe du aus dem Bus oder Auto aussteigst.
  • Ab und zu bewusst ein bisschen langsamer gehen oder fahren.
  • Morgens oder abends eine Meditation oder Pause von einer Minute.
  • Einfach aufmerksam werden für deine eigenen Impulse von Yin.

Das ist schon viel. Mehr als du denkst. Was auch immer du tust – es soll in dein Leben passen. Es ist deine Queste. Du entscheidest, welche Änderung für dich stimmt. Erlaube dir nachzuspüren.

Denk dran: Erholung gehört zum Leben.

 

Du machst schon Pausen? Hörst dir gerne eine Entspannung an oder machst eine Meditation?

Gratuliere! Das ist der richtige Weg. Du kannst dir auf die Schulter klopfen.

Hier eine originelle Pausen-Idee aus einem Blog mit dem Titel Hochsensibel und Multipassioniert.

 

Welche Ideen und Sehnsüchte hat dieser Artikel in dir ausgelöst?

Ideen und Sehnsüchte sind hilfreiche Impulse. Welche bemerkst du in deinen Gedanken? In deinem Körper?

Schon jetzt hat dein innerer Suchlauf begonnen, der innerlich weiterwirken kann. Vertraue deinem Unbewussten, dass es dich unterstützt, noch mehr Erholung und Langsamkeit in dein Leben zu bringen. Auf deine Weise.

  • Spürst du beim Lesen, wie sich dein Energiesystem etwas verändert hat?
  • Du tiefer atmest?
  • Wie die Spannung ein bisschen nachlässt?
  • Und du dein Bedürfnis nach der anderen Seite wieder spürst?

Das ist schon viel. Es zeigt, dass du Einfluss hast.

Gute Erholung wünsche ich dir! Und wohltuende kleine Schritte.

Deine Jana

 

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2 Replies to “Erholung gehört zum Leben – Lebe das Yin”

    1. Liebe Grane,

      eingeschmuggelte Minuten sind genial. Ich glaube, sie können viel für uns verändern. Solche Mini-Zeitabschnitte verwende ich für alle möglichen Dinge. Wie sonst sollen wir all das unterbringen, was wir gerne in unserem Leben hätten?!

      Eine Minute „Yin“, die zu zehn Minuten wird – klingt super, ich freue mich.
      Und herzlichen Dank für deinen Kommentar!

      Liebe Grüße
      Jana

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