Die Psychologie des Urlaubs zuhause – Eigenzeit, Erholung und Inspiration

Was kann uns die Psychologie des Urlaubs darüber sagen, wie wir unseren Urlaub schön gestalten können? So dass wir glücklich und erholt aus dem Urlaub zurückkommen? Je nach Naturell und Lebenssituation brauchen wir etwas Anderes. Und es gibt ja so viele Möglichkeiten!

Hier trage ich Erkenntnisse zusammen, wie Urlaub gelingt. Außerdem macht es einfach Freude, etwas über Urlaub zu lesen. Deshalb strotzt dieser Artikel von weiterführenden Links.

 

Wenn du meinen Blog schon kennst, weißt du meine persönlichen Ausgangsdaten: Ich bin vielseitig interessiert, mache gerne etwas Kreatives, habe feine Antennen und einen sozialen Job. Für mich braucht Urlaub deshalb Elemente von Abstand, Auszeit und Ruhe genauso wie von Gemeinschaft und kreativer Inspiration.

 

Dieses Jahr habe ich mich für eine komfortable Ferienwohnung entschieden. Die Wohnung verfügt über eine voll ausgestattete Küche. In der Nähe gibt es einen Park (mit Mandarinenbäumen), Thermalbäder (wahlweise Flussbäder), Bioläden, regionale Bäckereien, Sehenswürdigkeiten und Restaurants für jeden Geschmack. Es gibt auch einen Garten, nichts Besonderes, aber Rasenplatz genug für Federballspielen und Qigong, für Lesen im Liegestuhl und zum Grillen.  

Es wird noch besser: Ohne Aufpreis ist Platz genug vorhanden, um Übernachtungsgäste zu haben. Und die Wohnung hat ein kleines Tonstudio mit drin.

Tonstudio?

Ja. Und das Allerbeste: Ich kann im eigenen Bett schlafen und habe Null Anreise. Denn – du weißt jetzt schon, worauf ich hinauswill – ich bleibe zuhause. (Das Tonstudio ist in meinem Computer.)

Für mich ist das positiv.

 

Was ist positiv für dich? Was brauchst du?

Lass dich ein bisschen inspirieren von der Frage: Was gilt allgemein als guter Urlaub? Und wie kann dir das dienen?

 

Die Psychologie des Urlaubs für dich nutzen

Urlaub zuhause positiv gestalten, wie geht das? Zur Psychologie des Urlaubs habe ich viele spannende Artikel ausgewertet.

 

So kannst du vom Ergebnis profitieren:

  • Wenn du gerade deinen Urlaub planst oder anfängst, setzt dieser Blog dich auf die richtige Spur, auf die von selbstbestimmtem Lebensgenuss.
  • Und was, wenn dein Urlaub schon vorbei ist? Dann kannst du den Artikel nutzen, um den Urlaubseffekt durch positive Erinnerung zu verlängern.
  • Was, wenn der nächste Urlaub noch weit in der Zukunft liegt? Dann kannst du den Artikel verwenden, um deine Vorfreude zu vergrößern. Die kommt nämlich auf, wenn wir etwas Schönes planen.
  • Auch wenn du im Urlaub eher verreist, wirst du ab und zu Zeit zuhause verbringen. Dann kannst du das Wissen ebenfalls verwenden, um es zuhause schön zu haben.
  • Und letztlich profitierst du auch auf Reisen, wenn du weißt, was im Urlaub erholt und was stresst, was unseren Genuss erhöht und was ihn kaputt macht.

Eigentlich geht es darum, wie wir selbstbestimmt und beglückend unsere freie Zeit gestalten.

 

Urlaub zuhause – Eintauchen in deine Eigenzeit

Für meinen Artikel Urlaub zuhause – Genuss pur bekam ich auf Facebook einen schönen Kommentar: „Ich finde es beeindruckend, in einer vertrauten und alltäglichen Umgebung voll in den Urlaubsmodus eintauchen zu können.“

Das Kompliment hat mich total gefreut, denn das ist der Punkt: das Eintauchen in den Urlaubsmodus.

 

Was wir uns unter Urlaub vorstellen, ist individuell sehr unterschiedlich. Um Urlaub zum eigenen Super-Urlaub zu machen, braucht es den richtigen Mix aus beglückenden Faktoren und ein bisschen Vorbereitung.

Was brauchst du? Wie viel Inspiration? Wie viel Erholung? Wie viel Gesellschaft, wie viel Zeit für dich? Auch eine Abstimmung mit den Leuten, die deinen Urlaub mit dir teilen, hilft.

 

Gründe, nicht wegzufahren

Wie ich in dem Artikel Urlaub zuhause – Genuss pur schrieb, gibt es viele Gründe, nicht (immer) zu verreisen:

  • Sind wir ehrlich: Manche Leute haben das Geld dazu einfach nicht. Basta.
  • Andere wollen es dafür nicht ausgeben, sondern haben lieber das Jahr über die Möglichkeit essen zu gehen oder arbeiten weniger.
  • Manchen ist es wegen Hochsensibilität oder chronischer Krankheit zu viel oder gar nicht möglich zu reisen.
  • Manche möchten nicht fliegen wegen des Klimas oder wegen Flugangst.
  • Manche wollen einfach nicht weg, sie sind gerne zuhause und genießen die Zeit dort mehr als alles Andere.
  • Außerdem gibt es Leute, die mal verreisen und mal nicht. Die machen dann ja auch manchmal Urlaub zuhause.

Immer ist die Frage: Wie bedürfniserfüllend ist der Urlaub gestaltet?

 

Vorteile des Reisens

Das Reisen hat viele Vorteile: Es fokussiert dich sicher um, lässt dich den Alltag vergessen, verschafft dir neue Eindrücke. Du erlebst dich anders, erweiterst deinen Horizont und kehrst bereichert heim.

Es sind einzigartige Erfahrungen, woanders zu sein und andere Plätze mit allen Sinnen zu erleben. Mit nichts zu vergleichen.

Die Reisen, die ich gemacht habe, sind starke Erinnerungsabdrücke in meinem Gehirn geworden. Ich bin dankbar für jede. (Sogar für die völlig überflutende Interrailtour mit 18.)

Viele verreisen gerne einmal.

Und für manche ist Reisen das Einzige, was sie so richtig glücklich machen kann. Die sollen reisen! Es ist das Richtige für sie. Wenn dich das betrifft, achte einfach auf eine glimpfliche Planung.

 

Nachteile des Reisens

Denn das Reisen hat auch Nachteile. Und die sind nicht zu unterschätzen:

Das sind alles Begriffe, die ich in Artikeln über die Psychologie des Urlaubs fand. (Eine lohnende Suche in der Suchmaschine!)

Ich finde, damit wir einen solchen Stress auf uns nehmen, muss der Urlaub es auch wirklich wert sein. Der Preis könnte zu hoch sein für jeden beliebigen Strandurlaub, der einem nicht wirklich viel bedeutet. Den man nur macht, weil es üblich ist und alle es tun.

 

Und wenn du also nicht reist?

  • Verpasste Flüge, endlose Staus, Warteschlangen;
  • Enttäuschungen, wenn es nicht so ist wie erträumt;
  • Jet Lag und anstrengende Heimreisen, die schon den ganzen Erholungseffekt verbrauchen;
  • und dieser typische Satz am Arbeitsanfang: „Jetzt bräuchte ich eigentlich noch eine Woche Erholungsurlaub.“

All das, den ganzen Reisestress ersparst du dir, wenn du daheim bleibst.

Und das hat jede Menge Vorteile.

 

Vorteile davon, zuhause zu bleiben

  1. Urlaub beginnt ab dem ersten Moment, wenn wir ein bisschen planen und uns bewusst darauf einstellen. Du richtest deine Wohnung hübsch her, hängst eine Liste mit verlockenden Angeboten an die Küchentüre und legst schon an Tag Eins die Beine hoch, um Dampf abzulassen.Ein Früchtedrink, ein Cappuccino. Urlaubsgefühl. Aaaah. Wenig Stress, viel Entspannung.
  2. Der Urlaub bietet dir alle Möglichkeiten! Du kannst endlich, endlich all das Schöne machen, wozu du während der Arbeitszeit nicht ausreichend kamst. Weißt du noch, was das war?Im Grunde ist der Urlaub die ersehnte Freizeit, die dir den Rest der Zeit gefehlt hat. Gerade für Leute mit vielen Hobbies und Sehnsüchten ideal, um selbstbestimmt zu leben und aufzutanken, was sie brauchen. Was auch immer das ist.
  3. Der Urlaubseffekt hält länger an. Deine Beziehung zu deinem Heim wird wieder verändert; du kannst dort Qualitätszeit genießen. Nicht nur den Boxenstopp im Alltag. Dadurch kann der Erholungseffekt gut verlängert und in den Alltag übertragen werden.Außerdem gestaltest du dein Leben daheim wieder aktiv. Wenn der Urlaub keine reine Flucht aus Drama und Chaos in eine bessere, paradiesische Welt ist, aus der du dann zurück musst in die Fron – wenn er eine aktiv gestaltete Zeit ist, die dich verändert – dann wirst du dir besonders viel in deine Arbeitszeit mit hinübernehmen können.

 

Trend: Staycation

Zum Aufatmen für alle, die daheim bleiben: Inzwischen ist es nicht mehr der mitleidig betrachtete Aufenthalt in Balkonien, sondern ein Trend mit dem Namen Staycation (etwa: Daheimbleibe-Urlaub). Spiegel-Autorin Maren Keller beschreibt das sehr schön in diesem Artikel: Im Urlaub daheim. Ferien in Balkonien sind jetzt Trend.

 

Gefahren des Urlaubs zuhause

Will ich damit etwa behaupten, dass Urlaub zuhause das reinste Paradies ist?

Nö.

 

Erstens gibt es kein Paradies.

Ob du dir auf der Ausgrabungsstelle den Knöchel verknackst, am Strand in einen Seeigel trittst oder mit Rückenweh auf dem Sofa zuhause liegst, irgendwas ist immer. Und sei es die Stechmücke, die dich nicht schlafen lässt.

Bestürzende Nachrichten können dich erreichen. Du kannst Erkältung bekommen.

Das ist normal. Störungen gehören dazu. Damit müssen wir leider leben. Egal wo wir sind.

 

Zweitens nehmen wir uns überall hin mit.

Auch in den Urlaub. Wenn wir uns leicht über was aufregen, geht das nicht allein durch Urlaub wieder weg. Wenn unsere Laune leicht abstürzt, tut sie das vermutlich auch in den Ferien manchmal. So sind wir nun mal.

Es gibt eigene innere Züge, die nicht gerade paradiesisch sind. Die ändern sich höchstens durch Selbstentwicklung im Laufe vieler Jahre.

 

Wir werden auch durch Urlaub nicht auf einmal perfekt.

Genauer gesagt, werden wir nie perfekt.

Also müssen wir unseren Urlaub wohl oder übel in unperfektem Zustand machen, egal wo wir ihn verbringen.

 

Hingegen ist es durchaus möglich, dass wir zu viel erwarten und uns damit stressen. Wir hatten uns gedacht, dauernd glückselig zu sein und vollkommen beschwerdefrei. Und dann das! Wir sind enttäuscht oder fragen uns, ob es das schon war.

Hier brauchen wir Selbstannahme, ein bisschen Trost und Gelassenheit im Umgang mit uns selbst.

Alles gut. Alles normal.

Es wird trotzdem ein schöner Urlaub werden.

 

Drittens gibt es typische Fallen für Urlaub zuhause.

Urlaub – die Zeit des Besonderen! Etwas, das uns bereichert und noch lange beglückt.

Doch wenn wir zuhause bleiben, gibt es auch einige Fallen. Sie bestehen besonders dann, wenn du nicht gewohnt bist, so viel Freizeit zu haben und sie aktiv zu deiner eigenen Bedürfniserfüllung zu nutzen.

Du musst die Fallstricke kennen, um sie zu meiden. Diese Fallen sind:

 

Falle Nummer 1: Mangelnde Erholung

Es kann passieren, dass du dich nicht erholst, weil du dir zu viel Arbeit vornimmst und den einen Stress (Berufsarbeit) durch andere Sorten von Stress ersetzt. Renovieren zum Beispiel. Oder du hast solche Angst, dass nicht genug passiert, dass du zu viel unternimmst. Oder du bist nicht gewöhnt Pausen zu machen und erholst dich deshalb zu wenig.

Achte auf jeden Fall darauf, genug Schlaf zu bekommen. Mach Pausen und sorge für entspannende Sachen, die ein Gegengewicht setzen.

 

Denn Urlaub zuhause kann besonders erholsam sein, mit genug Schlaf, bedarfsgerechten Pausen, entspannenden Trancereisen, Badefreuden, Heimwellness, Siesta. Der Spannungspegel kann wunderbar absinken. Du kannst dich wieder ganz spüren.

Deine Erholung: Welche Arten, dich zu entspannen und zu erholen, sind dir zugänglich? Wie kannst du sie im Urlaub umsetzen? Kannst du neue dazunehmen und einüben, jetzt, wo du mehr Zeit hast? Zum Beispiel eine Entspannungstechnik oder regelmäßige Siesta?

 

Falle Nummer 2: Mangelnde Anregung

ROUTINE! Einheitsbrei. Ohne ein bisschen Planung könnte es tatsächlich sein, dass es langweilig wird; dass du hauptsächlich abhängst und dasselbe machst wie immer; dass du abstumpfst und deinen Routinebereich gar nicht verlässt. Oder du grübelst zu viel, weil dich nichts von deinen eigenen Gedanken ablenkt.

Lange schlafen und im Schlafanzug frühstücken ist wundervoll, aber reicht es auf Dauer? Irgendwann wird es zur Gewohnheit, und dann bleibt vielleicht nichts in besonderer Erinnerung. Wir brauchen einige inspirierende Erlebnisse und Highlights.

 

Bau hübsche Erlebnisse und Highlights in deinen Urlaub ein. Sorge für Abwechslung. Mal bleibst du herrlich zuhause, mal gehst du zum Frühstücken. Mal liest du Stunden am Stück auf dem Balkon, mal besuchst du eine Veranstaltung und lässt dich inspirieren. Mal genießt du Eigenzeit mit dir, mal tauchst du in lebendige Gesellschaft ein.

Deine Inspiration: Was ist eine Anregung, die du brauchen kannst? Wie und von wem kannst du dich ein bisschen herausfordern lassen, etwas anderes zu machen als sonst? Plane etwas ein, das in Erinnerung bleiben wird. Geh aus dem Haus. Mach ein Projekt. Nimm dir etwas Besonderes vor.

 

Falle Nummer 3: Verdaddeln

Es kann tatsächlich geschehen, dass du endlos vor dich hinwerkelst und am Schluss nicht das gemacht hast, was dir wirklich wichtig ist. Die Zeit war da, aber du hast es nicht getan.

Der Vorratsraum ist ordentlich, der Garten gegossen, der Gang renoviert, die Steuer gemacht. Aber was ist mit den Bildern, die du malen wolltest, den Ausstellungen, die du sehen wolltest, der besonderen Kneipe, in die du das erste Mal gehen wolltest, den Liedern, die du lernen wolltest? Was ist mit der Erotik?

Der Urlaub ist irgendwann um, mach das, was dir wichtig ist! Ab und zu müssen wir uns einen Stups geben. Den Stups zu dem, was wir wirklich lieben. Vielleicht tust du dich mit anderen zusammen, die dich anregen, etwas Schönes zusammen zu machen.


Deine Wünsche:
Was sind deine Sehnsüchte? Was macht dir kreative Freude, worauf wartest du schon lange? Jetzt ist die Zeit dafür. Worüber dachtest du im Alltag, dass du dazu endlich mal wieder kommen willst? Mach eine Liste. Sammle erfüllende Tätigkeiten wie auf einem Ferienpass. Verabrede dich zu schönen Ereignissen.

 

Falle Nummer 4: Störungen von außen

Eine realistische Gefahr des Urlaubs zuhause ist, dass andere Leute von außen den Unterschied nicht so sehen können.

Egal ob Handwerker, Hausmeister, nahestehende Menschen: Sie können einfach nicht wissen, dass du jetzt „eigentlich gar nicht da bist“ oder dir einen Schweige-Retreat gönnst oder glückselig ein kreatives Projekt durchziehen willst, als hättest du Scheuklappen auf.

 

Wichtig ist erst einmal, dass du selbst weißt, was du willst. Im zweiten Schritt kannst du es auch kommunizieren.

Deine Auszeit: Wie sehr kannst du die Zeit terminfrei halten? Gibt es Menschen, denen du Bescheid geben solltest, wann du einfach nicht verfügbar bist? Brauchst du ein bisschen dickere Haut, so dass du nicht gleich zurückrufst? Kannst du das Telefon und die Haustürglocke leise stellen? Kannst du Zeiten mit und Zeiten ohne Kontakt definieren und sogar kommunizieren? Oder willst du einfach mit dem Strom schwimmen und alles annehmen, was kommt? Das führt zu maximaler Gelassenheit.

 

Mit den Fallen umgehen durch Selbststeuerung

Es gibt viel, was wir tun können – doch die Fallen klingen schon ein bisschen ernüchternd, oder? Tatsächlich wird teils von Urlaub zuhause abgeraten, wie von dem Psychiater in diesem Artikel: Burn-out-Experte im Gespräch – Urlaub zu Hause? Keine gute Idee.

„Eine räumliche Trennung vom Alltag ist eine gute Zäsur. Wer nicht weg kann und zu Hause herumdümpeln muss, etwa aus finanziellen Gründen, hat nicht das Gefühl eines Unterschieds zwischen Arbeit und Freizeit.“

Diese Warnung sollten wir ernst nehmen.

Mein Fazit: Es ist wichtig, den Unterschied zum Alltag zu spüren und wirklich frei zu haben!

Meine Erfahrung ist, dass ich den Unterschied selbst herstellen kann. Übergangsrituale; eine leicht veränderte Wohnumgebung; Leckereien im Kühlschrank; Ideen, was ich alles tun könnte; bewusstes Abschalten und Genießen.

Und Aaahh …. Der Urlaubsmodus eingeschaltet.

 

Wie geht das? Mit Planung und Selbststeuerung.

  • Wissen, was dir gut tut, und es auf die Liste setzen
  • Wissen, was dir nicht gut tut, und es eher meiden
  • Für den Unterschied zum Alltag sorgen

Ein ziemlich idealer Urlaub zuhause bringt dir die Vorteile und umgeht die Nachteile.

 

Und vielleicht kannst du dann den Erholungseffekt in den Alltag länger mitnehmen als eine Woche. So lange reicht der nämlich bei vielen nur. Schockierend. Deshalb habe ich hier 11 Tipps zusammengestellt, wie du deine Glückskurve psychologisch sinnvoll gestaltest.

Denn eigentlich machen wir doch Urlaub, um nachhaltig glücklich zu sein, nicht?

Und so geht es:

 

Die Dramaturgie des Urlaubs – so erzeugst du deine Glückskurve

1.     Vorfreude auf den Urlaub:

Vorfreude empfinden wir vor allem, wenn etwas Positives geplant ist. Mach dir eine Liste, die Vorfreude wert ist! Eine richtiges Menü verlockender Angebote. Angebote aus deinem Glücks-Pool der Möglichkeiten. Was ist attraktiv für dich? Wonach sehnst du dich? Setze es auf den Menüplan.

 

2.     Abstand gewinnen

Der Abstand zum Alltag gelingt am besten, wenn die Vertretung geregelt ist und die Vorgänge einigermaßen abgeschlossen sind – so weit das in unserer Macht liegt. Am Ende legen wir alles die Hände anderer Menschen und sind dann mal weg.

Schließlich ist es ein Erholungsurlaub. Es ist im Gesetz verankert, dass er deinem Auftanken dienen soll. Danach wirst du deinen Job wieder besser bewältigen. Und so ist dein Urlaub auch gut für die anderen.

 

3.     Urlaubsvorbereitung

Bereite den Urlaub vor, wie andere ihre Wanderkarten oder Prospekte anschauen und ihren Koffer packen.

Mach einen sichtbaren Unterschied in deiner Wohnung: Räum deine Arbeitstasche weg, mach ein bisschen sauber, stell ein paar Blümchen hin wie in einem Hotel, leg eine andere Tischdecke auf oder hänge Themenposter an die Türen. Lass die Optik dir dabei helfen, ins Urlaubsgefühl hineinzugleiten. Kauf etwas zum Essen und zum Trinken ein, das du sonst nicht immer daheimhast.

Aber stress dich dabei nicht zu sehr. Am besten ist alles mit kleinem Aufwand und großer Wirkung. Noch einiges erledigen, gut – aber nicht wie eine Wilde eine Check-Liste abarbeiten! Du brauchst Luft zum Atmen – und Raum für Vorfreude. Ein kleiner Cafébesuch vorab, wo du über Urlaub nachdenkst, passt gut zum Aufbauen eines Urlaubsgefühls.

 

4.     Gleich am Anfang etwas Schönes machen

Stelle gleich am Anfang den Abstand zu deiner Alltagssituation her, indem du etwas Ablenkendes, Schönes machst, das dein Gefühl ändert. Zieh was anderes an; erlebe etwas Unvertrautes, das sich über deinen Alltag legt; oder etwas Vertrautes, das du immer am Anfang vom Urlaub tust.

In ein Café gehen und ein Gedicht schreiben. In ein neues Restaurant gehen. In einer nahe gelegenen Ausstellung vorbeischauen. In ein Museum gehen. Eine halbe Stunde oder Stunde reicht schon aus.

Oder ein Nachmittag im Bad. Die Bibliothek besuchen. Zusammen ausgehen.

Tu irgendetwas, das dir Freude macht und sich zwischen dich und deine Gedanken an typische Probleme schiebt. Die sind jetzt nicht dran. Jetzt hast du Urlaub.

 

5.     Erholung erlauben

Wir brauchen einige Tage, um Entspannung zu spüren. Erwarte nicht, vom ersten Tag an erholt zu sein. Rechne damit, zwei, drei Tage zu brauchen, bis du ein gewisses Erholungslevel erreicht hast. So viel Zeit muss sein! Wundere dich nicht, wenn du erstmal mehr schläfst als sonst. Oder am Anfang nicht zu viel Aktivität Lust hast. Dazu hast du schließlich Urlaub.

Wenn du mehrere Tage am Stück einfach abhängst und den Spannungspegel absinken spürst, ist das nicht herrlich? Endlich dem Schlafbedürfnis nachgeben können. Erlaube es dir: Lebe das Yin. Dann kommst die Lust auf Aktivität schon von selbst zurück.

 

6.     Eine vielseitige Zeit

Wechsle ab zwischen verschiedenen Bedürfnissen. Jetzt ist genug Zeit für dich, genug Zeit mit lieben Menschen, Zeit für etwas Kreatives, etwas bewährtes Altvertrautes, etwas Neues, Bewegung, Entspannung … Sorge für positive Erlebnisse verschiedener Art. Mische das, was dir Glücksgefühle gibt.

In unserem Alltag müssen wir uns oft festlegen und stark auswählen, was überhaupt Platz hat. Jetzt kannst du zwischen den verschiedensten Freuden wählen und von allem etwas unterbringen! Das wird eine bunte Zeit voller verschiedenster Freudepunkte.

 

7.     Anregung und Bereicherung

Jetzt kannst du experimentieren. Du kannst etwas Neues ausprobieren. Deinen Horizont erweitern. Eine Entspannungstechnik erlernen, eine Sportart trainieren, ein neues kreatives Hobby anfangen oder ein altes wiederbeleben.

Du kannst endlich das tun, worauf du so lange gewartet hast. Du kannst dein Leben bereichern.

Dieser Punkt ist so wichtig, dass ich ihm weiter unten einen eigenen langen Absatz mit zusätzlichen Ideen widme.

 

8.     Auszeit

Du kannst bestimmte Dinge NICHT tun.

Zu wissen, was du weglassen willst, kann genauso wichtig sein, wie das, was du willst. Sag „Nein“. „Das jetzt nicht.“ Du hast die Wahl.

Willst du einen Entzug von einer schlechten Gewohnheit machen? Die Zeit in sozialen Medien kürzen? Pause machen von einem ehrgeizigen Projekt? Jetzt ist die Zeit dazu.

 

9.     Highlights in der zweiten Urlaubshälfte

Plane gerade für die zweite Hälfte des Urlaubs etwas Besonderes ein, denn dadurch fühlt es sich später mehr wie ein guter Urlaub an, der in Erinnerung bleibt! Hierzu ein Zeitungsartikel: Warum die zweite Hälfte der Ferien schneller vergeht.

 

10.  Möglichst sanfte Rückkehr

Versuche, die erste Arbeitswoche nicht zu überfrachten. Wenn du kannst, lass dir etwas Puffer, dann hält das Urlaubsgefühl länger. Wenn du sehr viel Arbeit hast, mach trotzdem noch etwas Hübsches, das du dir im Urlaub erschlossen hast. Und lass dir ansonsten mit der Planung Luft, wo du kannst.

 

11.  Sehnsucht in den Alltag übertragen

Hast du schon mal von der Post-Urlaubsdepression“ gehört?! Vielleicht nicht, aber sicher hast du schon eine gehabt.

Der Nach-Urlaubs-Blues ist verständlich und wohl nicht ganz zu vermeiden. Es war doch so schön, dagegen fällt der Alltag oft zu sehr ab. Doch ich denke, du kannst diesen Blues nutzen – denn das Abfallen der Stimmung kann Ausdruck eines gesunden Mangelgefühls sein: „Von diesen schönen Tätigkeiten will ich mehr in meinem Leben!“

Das gemahnt dich an die Aufgabe, genug Erfüllendes in dein echtes, alltägliches Leben zu bringen. Und von dieser Aufgabe handelt der Queste-Blog.

Hier Tipps zum Gelingen des Urlaubs und zum Vermeiden der Nachurlaubsdepression: Urlaub: Was die Psyche zum Erholen braucht
Über den Umgang damit ist der Artikel von Anna (PassionFlow): Vom Flow des Urlaubs, raus und wieder zurück.

 

Was meinst du jetzt dazu? Hast du schon jede Menge Ideen im Kopf, wie du deine freie Zeit gestalten kannst?

Frage dich: Woran merkst du Urlaub?

Wie fühlt sich Urlaub für dich an? Wie kannst du das bekommen?

In Kurzform geht es um Folgendes:

  • Einen merkbaren Unterschied zum Alltag
  • Spürbaren Abstand
  • Genug Erholung und Auftanken
  • Genug Anregung und Inspiration
  • Glück und Urlaubsgefühl

Dazu gebe ich dir noch einige konkrete Ideen.

 

Ideenliste: Den Horizont in alle Richtungen erweitern

Jetzt kannst du experimentieren. Du kannst etwas Neues ausprobieren. Du kannst endlich das tun, worauf du so lange gewartet hast. Du kannst Elemente zu deinem Leben hinzufügen, die dir später nützen. Sozusagen ein Urlaubsmitbringsel.

Schau, welche Ideen dich ansprechen:

 

Abenteuer Entspannung

In einer schnell getakteten Welt ist es etwas eigenwillig, Erholung zu benötigen. Gönne sie dir!

  • Lerne eine Entspannungstechnik
  • Verwende Trancereisen und tauche tief in Entspannungszustände ab (sehr erholsam).
  • Verwende die 4- bis 6-Atemtechnik jedes Mal, wenn du dich angespannt fühlst. Werde tiefenentspannt.
  • Mach regelmäßige Pausen, bis sie zur Gewohnheit werden, so dass du insgesamt ein besseres Selbstmanagement bekommst – dieser Effekt wird dir lange, lange bleiben!

 

Kreative Abenteuer

Du kannst ein neues kreatives Hobby anfangen oder ein altes wiederbeleben. Du kannst etwas das erste Mal probieren oder in die Tiefe gehen.

  • Blättere querbeet durch deine Hobbies. Du bist ein Wesen mit Hunger nach Selbstausdruck und Wissen. Lass dich selbst frei sein und ausprobieren. Erlaube dir all deine vielseitigen Interessen und folge deinem Gespür, wo es dich jetzt hinzieht.
  • Nutze den Urlaub für ein Kreativseminar oder einen Kurs.
  • Pack die Malsachen endlich mal wieder aus oder das Tanzmusik.
  • Hol die Nähmaschine, das Schnitzwerkzeug, das Kalligraphie-Set hervor und gib dir einfach Zeit damit.
  • Mach mit dem Klavierkurs (Singkurs, Gitarrenkurs, …) weiter, den du dir gekauft hast. Es fühlt sich toll an.

 

Daheim reisen

Entdecke deine Umgebung mit wachen Sinnen. Es gibt so viel zu sehen und erleben!

  • Geh bei einer Stadtführung mit. Nimm die Natur bewusst wahr, wie in diesem Naturimpuls für August beschrieben.
  • Besuche ein Museum, an dem du schon hundertmal vorbeigefahren bist, ohne es zu bemerken. Oder fahre zu einem hin, das dich interessiert.
  • Sei Tourist/in in der eigenen Stadt.
  • Probiere Essen von anderen Kulturen, das du noch nicht probiert hast.
  • Zieh etwas anderes an als sonst und sei urlaublich charmant zu den Leuten, denen du begegnest. (Oder herrlich schweigsam, wenn dir danach ist.)

 

Geistige Reisen

Du kannst auch deine geistigen Grenzen etwas stretchen und deinen Horizont gezielt erweitern. Das Gehirn mag manchmal etwas gekitzelt werden.

  • Lies etwas zu einem Thema, das dir sonst fremd ist.
  • Gönn dir einen Wälzer, für den du mal am Stück mit voller Konzentration dabeibleiben musst.
  • Schau dir Dokumentationen zu anderen Welten an.
  • Beschäftige dich mit einer Fremdsprache.

 

Körperreisen

Wir sind oft viel zu sehr im Kopf. Lass deinen Urlaub auch zu einer körperlichen, spürbaren Erfahrung werden.

  • Lass dich massieren.
  • Bau mehr Bewegung ein als sonst. Mit einer neuen Sportart oder einen, die du lange nicht ausgeübt hast.
  • Tanz allein für dich oder mit anderen einfach aus Spaß.
  • Geh Baden oder mach Wellness zuhause. Wasser tut gut und löst Spannungen.
  • Nutze Düfte, um Urlaub sinnlich zu machen.
  • Probiere irgendeine Form von Körperarbeit aus, die dich anspricht.

 

Leben in Gemeinschaft

Oft bleibt uns zu wenig Zeit miteinander! Im Urlaub können wir Qualitätszeit mit lieben Menschen verbringen.

  • Etwas Schönes zusammen machen, egal, was das für euch ist.
  • Wie Kreativwerkstatt, wie Lagerleben, wie Zeltengehen, wie Ferienwohnung.
  • Kulturell, naturwissenschaftlich, kreativ, schlicht, Leben pur, Bodypainting, tanzen. Voneinander lernen.
  • Gemeinsam frühstücken, ins Restaurant gehen oder grillen. Lange Gespräche führen. Einfach leben.

 

Die Liste ist nicht vollständig! Bestimmt habe ich wichtige Punkte vergessen, die dir jetzt einfallen.

Die praktische Anwendung für Psychologie des Urlaubs:

Spüre und entscheide, was genau deinem Bedürfnis entspricht.

Was trägt zu deinem Wohlbefinden bei? Was würde dir jetzt richtig gut tun?

 

Urlaub ist jedes Mal anders. Er kann dich da abholen, wo du jetzt bist. Er gehört nur dir.

 

Hast du auch schon einmal Urlaub zuhause gemacht und genossen? Welche Erfahrungen hast du dabei gemacht? Welche Sehnsüchte und Bedürfnisse werden wach, wenn du darüber nachdenkst? Ich würde mich sehr freuen, wenn du deine Erfahrungen in den Kommentaren teilst!

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