Stress abbauen mit Achtsamkeit. Mein Jahresthema

Dieses Jahr will ich anders mit Stress umgehen.

Ich weiß, soweit klingt es wie ein Neujahrsvorsatz. Ähnlich wie ein resolutes „Ich rege mich nicht mehr auf!“ oder „Ich will mal wieder auf Wellness fahren.“

Aber so meine ich es nicht. Ich habe etwas Bestimmtes im Sinn.

Heute teile ich keine Anleitung in mehreren Schritten. Ich blättere nur meine eigenen Gedanken zum Umgang mit Stress auf. Vielleicht findest du dich in manchen Punkten wieder?

 

Mein Wunsch: Aussteigen aus der Stress-Spirale

Ich will aussteigen aus der Stress-Spirale.

Ich habe es satt.

Stress macht kaputt.

Ich will das nicht mehr.

 

Echt jetzt? Geht das überhaupt, auszusteigen? Ist das nicht ein bisschen optimistisch?

 

Allgemeine Stress-Quellen

Der Stress scheint von außen auf uns einzuprasseln:

Allgemeine Stressquellen unserer Zeit:

  • Idiotische, unrealistische Sollvorgaben
  • Arbeitsverdichtung und unser Versuch, dem gerecht zu werden
  • Ständiges sich vergleichen und hohe Ansprüche
  • Streben nach optischer Perfektion in Zeiten von Photoshop
  • Miese Nachrichten, die unseren Blutdruck nach oben treiben
  • Überflutung durch Informationen, Social Media, Filme
  • Mehrfachbelastungen in allen Leben, verstärkt für Menschen mit Kindern
  • Angst vor Gewalt, Sorge vor der Zukunft
  • Unsichere Arbeitsplätze
  • Leben mit Gesundheitsproblemen oder Finanzschwierigkeiten

Gemeinsames Merkmal: Das Gefühl von Hilflosigkeit.

Wir nennen es „Stress“, aber oft ist es ein Gehetze, das Gefühl getrieben zu werden, ständige Unruhe.

Wir könnten es auch Angst nennen.

Oft gemischt mit Ärger.

Darunter leiden viele, damit ist niemand allein.

Da stellen sich auch viele die Frage, wie sie Stress abbauen können. Die Quellen dazu in Literatur und Internet sind unzählig, weil der Bedarf so hoch ist.

 

Löwenzahn und Orchideen

Dazu kommen noch andere Stress-Quellen: Denn manche Gruppen scheinen besonders stressanfällig zu sein.

Es gibt Löwenzahn. Er wächst stoisch zwischen Pflastersteinen, ein Vorbild an Kraft, Unabhängigkeit und Robustheit. Er kommt praktisch immer auf seine Kosten und sprengt mit seinen kraftvollen Wurzeln sogar den Asphalt.

Und es gibt Orchideen. Sie brauchen besondere Bedingungen, um zu gedeihen. Ohne die passenden Bedingungen blühen sie nicht. Mit den passenden Voraussetzungen entwickeln sie viele atemberaubend schöne Blüten.

Ich kann mich ganz klar der zweiten Gruppe zuordnen: Ich brauche bestimmte Rahmenbedingungen, damit es mir gut geht. (Und ich hoffe, dadurch wundervoll aufzublühen.)

 

Stress-Quellen von Orchideen-Menschen

Damit lassen sich Stress-Quellen beschreiben, die typisch für Orchideen sind: typisch für sensible Menschen, für Leute mit vielen Interessen, für sehr verantwortliche Personen, für Introvertierte, für Menschen mit Traumata und für Menschen mit zu hoher Empathie.

Wie oft landen wir im Gefühl von Hilflosigkeit.

Fühlen uns dann schnell wie ein Kind.

Geschätztes Alter: drei Jahre, sieben Jahre, neun Jahre … und damit von den aktuellen Situationen wirklich ziemlich überfordert! Die brauchen oft den klaren Kopf einer Erwachsenen.

 

Ein paar Beispiele für Stressquellen?

  • Vielbegabte Scanner-Persönlichkeit: Immer diese Angst, nicht alles zu schaffen, was mir wichtig ist.
  • Soziales Wesen: Die Angst, nicht allem gerecht werden und meine Beziehungen nicht pflegen können, wie es ihnen gebührt.
  • Hochsensibilität: Schnell überflutet und überladen, selten zur Ruhe kommend.
  • Emotionale Traumata: Rastlosigkeit, Unruhe, negative Reaktionen kommen schnell und stark.
  • Ansteckung mit Stress durch Mitschwingen: Anderen geht es nicht gut, und ich fühle es dann auch.

Findest du dich in dem ein oder anderem Punkt wieder?

 

Das Problem: zu viel Stress!

Was ich sagen will: Das sind viele mögliche Stressquellen!

Körper, Gedanken und Gefühle sind betroffen.

Manchmal morgens, mittags, abends, den ganzen Tag über bis in die Nacht.

Unglaublich anstrengend.

Wie kann ich damit umgehen? Was habe ich mir selbst anzubieten?

 

Lösungsansatz: Achtsamkeit

In der Achtsamkeit sehe ich eine Lösungsmöglichkeit für mein Problem. Ich befasse mich schon eine Weile damit und übe seit letztem Sommer regelmäßiger.

Das Konzept der Achtsamkeit stammt aus dem Zen-Buddhismus, aber durch Psychologie und Medizin ist es inzwischen weltweit verbreitet. Einfach, weil es wirkt.

 

Der Grundgedanke ist, dass wir im gegenwärtigen Augenblick immer wieder Freude finden können, und dass wir dann unser Unglück transformieren können, indem wir es annehmen.

Annehmen heißt, mit Aufmerksamkeit und Mitgefühl betrachten.

Wenn mich etwas ängstigt, traurig macht, wenn mein Ärger hochschießt und ich mir deshalb gleichzeitig gram bin – dann leide ich. Dann quält mich etwas.

 

Und dann brauche ich Mitgefühl.

Ein Annehmen dessen, was ist.

Ein Annehmen meiner quälenden Gefühle.

 

Das finde ich sehr tröstlich.

 

Heilende Präsenz im Augenblick

Gerade dann, wenn es uns mies geht, haben wir Linderung und wohlwollenden Umgang verdient.

Das kann im atmenden Spüren und der Annahme bestehen.

Wir können mit den eigenen schlechten Gefühlen umgehen.

 

Leicht ist das nicht.

Jedes Mal wieder möchte ich die Gefühle lieber nicht haben.

Durch den inneren Widerstand dagegen werden sie dann jedes Mal stärker.

Erst in der Annahme kann die Spannung absinken.

 

In der Übung der Selbstannahme. In der Übung des Selbstmitgefühls.

Dazu habe ich den Artikel Selbstannahme ist eine Lernaufgabe geschrieben.

In der Übung des bewussten Atmens, des Bleibens im Moment.

Dazu passt gut der Artikel Vom Grübeln in den Moment zurückkommen.

 

Einfach gesagt:

Mit allem, was in mir ist, habe ich Frieden verdient.

Auch jetzt, in diesem Moment.

 

Der Vorsatz: Stress abbauen mit Achtsamkeit

Nun komme ich zu meinem Vorsatz zurück: „Ich will anders mit meinem Stress umgehen.“

Was meine ich damit?

Ich will üben, mit meinem Stress, jedes Mal, wenn er aufkommt, mit Achtsamkeit umzugehen.

 

Was heißt das genau? Schauen wir uns die Wörter des Satzes einzeln an:

  • Üben: Es ist ein längerfristiges Praktizieren.
  • Stress: Leidvolle Gefühle, insbesondere Aufregung, Angst, Wut, Trauer und Schmerz.
  • Mein Stress: Eine Priorität darauf legen, was bei mir hochkommt, auch dann, wenn andere gestresst sind und ich darauf gestresst reagiere.
  • Jedes Mal, wenn er aufkommt: Sobald ich es merke; teils im Augenblick, teils so bald wie möglich danach, will ich mich darum kümmern.
  • Mit Achtsamkeit umgehen: Hinspüren statt wegdrücken; zu dem unglücklichen inneren Kind hingehen, das ich dann bin, und ihr Mitgefühl spenden; atmend dabeibleiben, bis es besser ist.

 

Also:

Ich will üben, mit meinem Stress, jedes Mal, wenn er aufkommt, mit Achtsamkeit umzugehen.

 

Was ich mir davon verspreche

  • Ich hoffe, das bewusste Atmen im Laufe der Zeit zu einer Gewohnheit zu machen.

Das Einatmen (im Bewusstsein des Einatmens)

und das Ausatmen (im Bewusstsein des Ausatmens, im Bewusstsein des Körpers, im Loslassen von Spannung).

  • Ich hoffe, diese Form der Achtsamkeitspraxis in mir verankern zu können, so dass ich bei verschiedenen Gefühlslagen darauf zurückgreifen kann.
  • Ich hoffe, Stress in mir im Laufe der Zeit auf einer tiefen Ebene aufzulösen.
  • Ich hoffe, starke seelische Widerstandsfähigkeit aufzubauen.
  • Ich hoffe, Frieden zu finden.
  • Ich hoffe, dadurch ausgeglichener zu werden, ein netterer Mensch.
  • Ich hoffe, kreativ produktiver und freier zu werden.

 

Wie lange dauert es?

Dieses Jahr will ich mir dafür gönnen, es regelmäßig einzuüben.

Einfach, weil ich es brauche.

 

Das Experiment an sich ist unbefristet.

Ich merke schon nach dem ersten Monat mehr Ruhe in mir. Mehr inneren Frieden.

Ich freue mich darauf, immer mehr bei mir anzukommen. Auch als Ausgangsbasis für all meine Beziehungen und kreativen Projekte.

 

Frage: Wie viele Jahre werden vergehen, bis ich das einigermaßen erlernt habe?!

Antwort: Genauso viele, wie wenn ich es nicht erlerne.

 

Ich freue mich auf diesen Weg.

Liebe Grüße und eine gute Zeit

Deine Jana Lindberg

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