Trotz Corona immer wieder Richtung Hoffnung gehen

Der Frühling bricht an trotz weltweiter Krise. Und wir machen auch weiter trotz Krise. So wie es Menschen durch alle Zeitalter getan haben.

In unserer Januarplanung war die jetzige Situation nicht enthalten! Immer noch fühlen wir uns oft wie in einem merkwürdigen Film. Er kommt uns übertrieben vor, nicht realistisch. Wir schütteln den Kopf, würden gerne den Sender wechseln.

Geht aber leider nicht. Das Ganze stellt zu unserem Missfallen die aktuelle Realität dar.

 

Wir schwanken zwischen den verschiedensten Gefühlen hin und her, und das ist völlig normal. Angst und Sorge nehmen öfter überhand. Dann stabilisieren wir uns wieder. Das finde ich tapfer.

Insgesamt können wir Richtung Hoffnung gehen.

Hoffnung ist sozusagen eine Tugend. Sie ist nicht durchgängig da, aber immer wieder. Das reicht schon aus. Wir können sie üben.

 

Hoffnung ist das Prinzip weiterzumachen

Immer wieder von neuem können wir Perspektive entwickeln. Jeweils von da aus, wo wir sind.

Auch, wenn wir zweifeln oder manchmal verzweifeln möchten. Wenn wir Angst haben und unser Herz voller Trauer ist über das, was wir mitbekommen oder vor uns sehen. Es ergeben sich einfach viele haarsträubende Situationen. Vieles, das so einfach nicht sein dürfte.

Wir können Hoffnung und Perspektive entwickeln, auch dann, wenn wir uns bedroht fühlen, und wenn wir es sind.

Wir brauchen den Mut zur Hoffnung.

Und wir bringen ihn auch auf, immer wieder.

 

Hoffnung: eine Form von Zuversicht

Hoffnung (vgl. mittelniederdt.: hopen „hüpfen“, „[vor Erwartung unruhig] springen“, „zappeln“) ist eine zuversichtliche innerliche Ausrichtung, gepaart mit einer positiven Erwartungs­haltung, dass etwas Wünschenswertes eintreten wird, ohne dass wirkliche Gewissheit darüber besteht“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Hoffnung 12.04.2020)

Zuversicht trotz der Ungewissheit, das ist die Hoffnung, die wir benötigen.

Eine Form von Mut, etwas auszuhalten und Wege zu finden.

Es ist mutig, Gefühle auszuhalten, auf die wir lieber verzichtet hätten. Vor allem die vielen Sorgen und Ängste.

Es ist mutig, erneut auf die menschliche Kreativität, Intelligenz und Kooperation zu setzen, auch wenn da öfter mal Zweifel aufkommen.

Hoffnung heißt auch, auf die menschliche Spezies zu vertrauen – dass wir das alles schaffen können.

Doch es gibt auch eine trügerische Hoffnung:

 

Falsche Hoffnung: Sorglosigkeit und aktionistisches Handeln

Wir beobachten alle: Hoffnung, die das Risiko leugnet, ist das Falsche.

Sie verschlimmert alles noch.

Sorglosigkeit bringt uns und andere in Gefahr. Das ist falscher Mut und falsche Hoffnung. Pseudo-optimistisch.

Ausweichen, ignorieren, das Risiko nicht an sich heranlassen; das tun manche, doch es ist falsch.

Wir müssen uns eingestehen, dass es schwierig ist.

Und trotzdem hoffen.

 

Hoffnung im Angesicht des wahren Risikos

Unsere Bewältigungsressourcen als Menschen sind erstaunlich.

Doch auch die Gefahren, in die wir kommen können, sind erstaunlich groß – und die Gefahren, in die wir uns selbst und andere unnötig bringen.

Das Risiko ernstnehmen.

Und dann handeln, helfen, hoffen, machen.

 

Oder eben nicht machen.

Im Moment verzichten wir zum Beispiel darauf, einander durch unnötige Kontakte zu gefährden.

Und wir verzichten auf unnützen Aktionismus. Der hat zu wenig Überlegung und zu viel Impulsivität.

Im Moment benötigen wir vor allem Abwägen, kluge Überlegung – und viel Geduld.

 

Geduld, eine Form von Hoffnung

Geduld für den lebendigen, oft anstrengenden gesellschaftlichen Abstimmungsprozess, was der jeweils richtige Weg ist.

Viel Geduld in einer total neuen Situation. Kontaktbeschränkungen, sowas kannten die meisten von uns bisher nicht. Erstaunlich, wie flexibel sich die meisten angepasst haben! Ich finde das toll.

Wir brauchen viel Geduld, weil wir Angst um unsere Gesundheit haben und um die unserer Lieben. Leider können wir niemanden zu 100 Prozent bewahren, und das tut weh. Wir würden es gerne.

Geduld, weil wir so viele Sorgen um die Welt haben und von Gefühlen überflutet werden können.

Geduld auch dann, wenn wir konkret an Covid-19 erkrankt sind, bis wir wieder genesen. Und dabei bereit sein, alle nötigen Schritte zu tun. In Telefonschleifen hängen, Tests mitmachen, auf Termine und Ergebnisse warten, uns medizinisch versorgen (lassen) und uns pflegen. Unserem Immunsystem mit positiven Phantasiebildern bei der Arbeit helfen, wie in diesem Artikel beschrieben.

Und geduldig warten, wenn die Genesung einfach dauert.

Immer wieder müssen wir warten. Wie die Blüten warten, bis die richtige Zeit ist.

 

Hoffnung und Geduld angesichts der Unsicherheit

Und überhaupt brauchen wir Geduld: Weil wir in einer weltweiten Gesundheitskrise sind, weil unser tägliches Leben nicht mehr funktioniert wie sonst. Das soziale Leben nicht, das Berufsleben auch nicht –

und wir wissen nicht, wie lange das so dauern wird und wie es weitergeht.

Unsere zeitlichen Ideen, wann welche Beschränkungen wieder aufgegeben werden können, haben wir beim Lesen von Nachrichten und Sehen von Videos schon mehrmals nach hinten korrigiert.

Daher also: Geduld im Umgang mit der Unsicherheit.

Ich finde es fantastisch zu beobachten, wie viel Geduld, Bereitwilligkeit und damit auch praktische Hoffnung viele Menschen aufbringen!

Wie schnell wir alle unsere Gewohnheiten geändert haben! Die Botschaften (die auch ich in diesen Artikeln versucht habe zu verbreiten), kommen offenbar bei vielen an.

Sehr viele halten sich daran. Dass das geht – ich bin einfach beeindruckt. Das macht Hoffnung.

 

Praktische Hoffnung: Mut zu Lösungen

Was uns außerdem nützt, ist Mut auf Lösungsmöglichkeiten. Mit Ideen und mit der Bereitschaft zu handeln und zu helfen. 

Auch wenn es hier und da hakt: Die Hilfsbereitschaft und Kreativität sind erstaunlich.

  • Firmen stellen ihre Produktion um, sie entwickeln und produzieren die benötigen medizinischen Masken und Geräte.
  • Alle möglichen Angebote werden Ratzfatz auf Online umgestellt.
  • Masken werden auch privat genäht und großzügig verteilt.
  • Einkäufe werden gemacht, privat und ehrenamtlich, für Menschen, die sich gerade nicht selbst versorgen können oder besser daheim bleiben sollten.
  • Wir spenden Geld, um da zu helfen, wo es noch viel schlimmer ist als bei uns.
  • Videoprogramme und neue Handys werden eingerichtet für neue Formen von Kontakt.
  • Wir machen Musik auf dem Balkon. Schicken Ostergrüße. Halten Kontakt aufrecht.
  • Übernehmen neuartige Jobs oder arbeiten unter vollständig neuen Bedingungen.
  • Wir bleiben daheim. Und halten Abstand.

 

Einfach den nächsten Schritt machen

Danke dir für jeden Beitrag in dieser Situation.

Und danke für alles, was du mir oder anderen an Gutem getan hast.

Füreinander da sein ist prima.

Du bist tapfer – es ist nicht leicht. Weiter so! Danke für dein Engagement [Brief der Wertschätzung an dich]

 

Versuch, dich immer wieder auch zu entspannen und abzuschalten, denn es ist alles viel.

Ich versuche das auch.

Lass uns immer wieder Richtung Hoffnung gehen.

Das wird schon.

 

Mehr Artikel

 

Video-Ansprachen

P.S.: Ich schaue mir ehrlich gesagt gerne die Reden von Bundeskanzlerin Angela Merkel und von der Queen an. Irgendwie gibt mir das Sicherheit. Hier verlinke ich sie nochmal.

Die erste Videoansprache zu Corona, knapp 17 Minuten

Der Podcast zu Ostern, knapp 12 Minuten

Die Rede der Queen (auf English, obviously), knapp 5 Minuten.

 

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