Corona: Resilient durch die Krise

Corona stellt uns vor ungekannte Herausforderungen und betrifft alle, wenn auch auf unterschiedliche Weise. Resilient zu sein ist jetzt gefordert.

Auch dann, wenn wir uns nach sommerlicher Sorglosigkeit sehnen und manche die ganze Sache am liebsten vergessen würden. (Beobachtest du das auch?) Die Pandemie ist immer noch da als unsichtbare Bedrohung.

Ich habe versprochen, Artikel zur Bewältigung der Krise anzubieten. Dieser hier handelt vom Prinzip an sich, mit dem wir überhaupt Krisen bewältigen: Resilienz.

 

Was ist Resilienz?

Resilienz bedeutet psychische Widerstandskraft. Manche Menschen haben davon mehr, manche weniger, je nach unserer Vorgeschichte. Doch: Wir alle können mehr Resilienz ausbilden, wir können resilient werden – oder zumindest resilienter.

Untersucht wurde Resilienz nach Naturkatastrophen, in Kriegen, Rezessionen oder bei Kindern, die im Heim aufwachsen. Also in wirklich schlimmen Situationen, wo es ums Überleben ging.

 

Die Frage der Psychologie dabei ist: Wovon hängt es ab, ob jemand seelisch besonders widerstandsfähig ist? Wie kommt es, dass manche Personen unter schwersten Bedingungen trotzdem gedeihen, vielleicht sogar gestärkt aus den Schwierigkeiten hervorgehen?

Aus diesen Fragen versucht die Psychologie Hilfen zu entwickeln, mit welchen Einstellungen und Verhaltensweisen wir resilienter werden können.

 

Ich finde: Gerade jetzt in der Corona-Pandemie können wir Resilienz in der Praxis beobachten wie noch nie in unserem Leben. Sehr lebendig, in 3D. Mitten drin statt nur dabei.

In diesem Artikel möchte ich dem nachspüren, wie wir die Krise für Resilienz nutzen können, jetzt wo sie nun einmal da ist.

 

Resilient sein: flexibel und aktiv

Eines ist klar: Resilienz ist keine starre Stärke; kein Durchhalten oder Ignorieren.

Resilient sind wir durch Flexibilität, die es uns erlaubt, uns auf einen Druck hin wieder aufzurichten.

Ein dynamischer Prozess.

 

Hier eine Definition aus einem Artikel über Resilienz in der Zeitschrift Gehirn & Geist Nr. 11/2017 (Magazin über Psychologie, Hirnforschung, Medizin):

„Abgeleitet vom lateinischen ‚resilire‘ (zurückspringen, abprallen), bezeichnet Resilienz den Prozess und die Fähigkeit der Aufrechterhaltung oder Wiedergewinnung psychischer Gesundheit während oder nach widrigen Lebensumständen.“

(Artikel von Jana Strahler, S. 15)

 

Widerstandskraft heißt:

Eine Situation, die schlimm ist, belastend und schädigend, wird als Wachstumsimpuls genutzt.
Wir lernen, handeln aktiv, wachsen und erstarken.

 

„Die psychische Widerstandskraft profitiert insbesondere davon, dass wir Herausforderungen und Krisen erfolgreich meistern.“

(Jana Strahler, Gehirn und Geist 11/2017, Seite 14)

Davon profitieren, dass wir Herausforderungen meistern? Na, da hätten wir doch gleich eine Herausforderung da!

 

Corona ist eine echte Krise

Wir hatten nichts davon erwartet. Wir hatten auch so schon Probleme genug. Und jetzt das.

Nun wird unser aller Leben von der weltweiten Erkrankungswelle bestimmt. Am liebsten hätten wir es wieder weg.

Es ist so etwas, das gar nicht erst hätte passieren dürfen.

Im Fall der Corona-Epidemie heißt Resilienz, mit so viel Flexibilität, Mut und Kreativität wie möglich durch eine weltweite Herausforderung zu gehen, wie sie noch nie dagewesen ist.

Idealerweise würden wir als Individuen und als Gesellschaft so viel daraus lernen wie möglich.

Und genau das tun wir schon!

 

Wir haben kreativ und resilient gehandelt

Beurteilen kann ich es am ehesten für Deutschland, und da finde ich, wir machen das in unserem Land bisher ziemlich gut, wie wir durch die Krise hindurchgehen.

Wir lernen ja nicht nur ein paar merkwürdige neue Vokabeln (Social Distancing, Superspreader, Aerosolforschung …).

 

Ich hätte uns gar nicht so viel Vernunft und Kreativität zugetraut.

Hier ein paar Beispiele:

  • Einkaufsservice privat, ehrenamtlich, durch Läden;
  • wie die Leute Regeln einhalten, die sie vorher unzumutbar gefunden hätten;
  • dass Arztpraxen ihre ganze Arbeitsweise umstellen (die müssen übrigens ständig Masken tragen);
  • wie Firmen ihre Produktion ändern und z.B. anspruchsvolle Spezialmasken herstellen.
  • Dass Politik und Institutionen neue Kommunikations- und Antragswege aus dem Boden stampfen sowie neue Leistungen zum Abfedern der Krise;
  • wie wir als Einzelne den Lockdown bewältigen, so gut es geht, und das Beste daraus machen,
  • künstlerische Angebote trotz Distanz,

Und die viele gegenseitige Empathie und Hilfsbereitschaft in allen Bereichen, um es gemeinsam trotz Distanz durchzustehen.

Ich finde, wir können unglaublich stolz auf das Erreichte sein. Und froh darüber, wie es gelaufen ist.

 

Was hast du an Ideenreichtum beobachtet in diesen schwierigen Monaten? Und an Rücksichtnahme?

Was hast du selbst getan oder unterlassen, damit alles klappt?

 

Noch ein paar Beispiele, was wir alles gelernt haben:

 

Über Viren dazugelernt

Da hat sich so viel geändert in kurzer Zeit. Die meisten von uns hatten sich bisher insgesamt wenig mit Viren und Bakterien befasst. Im Dezember und Januar waren wir noch ahnungslos. Da wiegten wir uns noch in seliger Sicherheit (oder hatten andere Probleme und Sorgen).

In dieser Zeit entwickelten Professor Drosten und sein Team – aufgestöbert von den ersten chinesischen Meldungen – bereits den Corona-Test, der jetzt überall verwendet wird und der wahrscheinlich Hunderttausende von Leben gerettet hat.

Die Gesundheitsämter packten die Pandemiepläne aus und schrieben Konzepte, wie man das bewältigen könnte, wenn es – leider sehr wahrscheinlich – auch hierher kommt.

 

Wir haben dazugelernt über Ansteckung und wie wir sie vermeiden.

Früher dachten wir, Masken werden in Asien getragen, aber nicht in Europa, also bitte. Jetzt erweisen sie sich als ein sehr wichtiges Mittel zum Eindämmen der Epidemie.

Mit Erkältung in die Arbeit zu gehen oder Leute zu treffen, galt als schick oder heldenhaft. Nun wissen wir, dass es einfach ansteckend ist und andere gefährdet.

Je besser wir diese Lektionen lernen, desto schützender können wir uns in Zukunft verhalten. Wir sollten uns dieses Wissen über Ansteckung und Vermeidung sichern. Wir brauchen es noch länger. (Und weniger Grippe-Fälle wären doch auch schön.)

 

Über Pandemien dazugelernt

Ein ganz großes Ding haben wir kennengelernt: Epidemien. Und Pandemien. Es gibt sie wirklich.

Da war noch so ein Unglaube: Wird es uns diesmal wirklich selbst treffen? Da waren irgendwann, irgendwo MERS, SARS, Schweine- und Vogelgrippe, immer erst großer Hype und dann kam nichts bei uns an, das wird doch diesmal wieder so sein?

Nö. Diesmal nicht.

Wir sind nicht unverwundbar, auch wenn wir es nicht gerne hören.

Das ist ein wichtiges Wissen!

 

Realismus dazugewonnen

Wer sich unverwundbar und unbeteiligt fühlt, kann weder sich selbst schützen noch andere.

Gefahren zu ignorieren, macht diese Gefahren nicht weg.

Wir haben die Gefahr angesehen. Hier haben wir dazugelernt. Das macht uns resilienter.

 

Seither wurden wir über exponentielles Wachstum informiert, über mögliche Maßnahmen gegen die Virenausbreitung. Siehe mein Artikel Coronavirus: Kurve abflachen. Warum Abstandhalten jetzt wirkt und nötig ist [mit Grafiken].

Wir verfolgten die verschiedenen Hypothesen darüber, wie sich die blöde Krankheit genau verbreitet, weil wir wissen wollten, wie wir uns und unsere Lieben schützen können.

Die Forschungen dazu laufen noch. Ständig wird Neues bekannt, weil die Krankheit so neu ist.

Auch diese Informationen werden wir weiter benötigen. Sie helfen uns im weiteren Verlauf der Krise.

 

Beschränkungen kennengelernt

Inzwischen haben wir sogar erfahren, was ein Lockdown ist.

Eine mildere Variante davon haben wir selbst kennengelernt.

Was meine ich mit „mildere Variante“? Wir durften raus. Wir durften Lebensmittel einkaufen und spazierengehen.

Zum Glück brauchten wir auch keine Bescheinigung des Arbeitgebers oder einen Hund, um auf die Straße zu gehen (wie die Menschen in Italien oder Spanien). Und wir hatten auch keine komplette Ausgangssperre wie z.B. manche südamerikanische Ländern und Indien.

(Hierzu im Spiegel: Die Welt unter Hausarrest.)

 

Große Veranstaltungen als Massenverbreitung begriffen

Inzwischen ist bekannt, dass sich auf großen Veranstaltungen – vor allem mit Sport, Tanz und Gesang – extrem viele Menschen in kurzer Zeit anstecken können. Und dass es die Kurve nach oben jagt wie sonst nichts. (Spiegel: Wie Superspreader die Corona-Pandemie antreiben.)

Wir konnten mit Schauder beobachten, dass Länder mit Ereignissen wie großen Fußballspielen und Partys („Superspreader“), mit zu später Reaktion oder einfach mit unverantwortlicher, sorgloser Führung in Katastrophen schlittern.

Und wir können uns glücklich schätzen, dass es bei uns so glimpflich abging.

Da ist das Tragen einer Maske im öffentlichen Raum ein kleines Übel. Wir haben aus Vernunft und gegenseitiger Rücksicht gelernt, das auf uns zu nehmen. Gesellschaftlich sind wir dadurch resilienter gegen Corona geworden.

Doch das eine wissen wir jetzt sicher:

 

Eine Pandemie ist eine Zumutung, eine Katastrophe

Wenn der Artikel optimistisch klingt, dann deshalb, weil es einen Weg nach vorne gibt und viel Gutes. Nicht, weil ich das viele Leid ignorieren will, das entstanden ist.

Auch das ist Resilienz: Das Schlimme nicht immer nur wegzuschieben. Es kommt ja doch immer wieder zurück.

 

Das Virus, die Angst vor der Krankheit und die Schutzmaßnahmen dagegen – alle drei sind extrem belastend.

Alle Menschen werden betroffen, wenn auch unterschiedlich stark, auch das haben wir gesehen.

Es entstehen enorme Belastungen: Finanzielle Not, Existenzängste, Wegfall von medizinischer Versorgung. Stress und Überlastung. Und Einsamkeit in Situationen, in denen niemand allein sein sollte.

 

Es stresst, es macht Angst, bringt viel Kummer und auch Empörung.

Entzug und Entbehrung, die weh tun.

Du hast es ja sicher genauso verfolgt wie ich. 

 

Verstehen, dass vieles davon unvermeidbar war

Durften all diese Entbehrungen denn sein?

Ja. Sie mussten sein.

 

Resilienz ist für mich auch, sich das Unvermeidbare klar zu machen:

Die Folgen des Lockdown sind wirklich so schlimm.

Und vieles davon war wirklich unvermeidbar.

Das tut weh.

(Gut, auch für die Art, wie ein Lockdown gemacht wird, lernen wir gesellschaftlich sicher dazu. Manches würde vielleicht nächstes Mal anders gemacht. Besser wäre es allerdings, wenn wir gemeinsam dafür sorgen, dass es nicht dazu kommen muss.)

Durchgängig während des Lockdowns habe ich in den Zeitungen und Magazinen gelesen, wie schlimm die Folgen der Abstandsregelungen für bestimmte Gruppen sind. Es wurde gesellschaftlich gesehen und benannt, und das ist wichtig.

Für manches wurden Lösungen gesucht. Doch vieles blieb schlimm.

 

Entbehrung entsteht durch die schützenden Abstandsregelungen

Kontaktnetze sind unser Lebenselixier. So sind wir als Menschen.

Für manche sogar das Einzige, was sie aufrecht hält.

Und dann fallen diese Kontakte weg.

Einkommen fallen weg.

Hilfen fallen weg.

Das ist übel.

 

Doch jetzt kommt es:

Diese Regeln sind notwendige Maßnahmen, die massenweise Krankheit und Tod vermeiden.

Wir haben Schlimmeres abgewendet.

Es geht hier nicht um „Regelungen“, sondern darum, Ansteckung zu vermeiden für sich selbst und andere.

Warum?

Weil die Krankheit gefährlich ist.

 

Schlimmeres wurde vermieden

In Deutschland sind fast 200.000 Tausende Menschen an Covid-19 erkrankt. Und bisher 9000 Menschen an der Krankheit gestorben.

Das ist sehr wenig im Vergleich zu vielen anderen Ländern. (Jeweils nachzulesen z.B. auf dem Spiegel Newsticker zu Corona.)

Es hätte auch bei uns ausufern können. Millionen betreffen können. Und dann hätte es sein können, dass praktisch alle Familien jemanden durch den Tod verlieren, weil so viele Menschen von der Krankheit betroffen gewesen wären.

Das ist wichtig, im Gedächtnis zu behalten.

Auch wenn wir alle sehr unter Druck sind und erhöhte Stresslevel haben: Wir sollten uns nicht zu sehr in Empörung und Ärger flüchten.

 

Trauer kann uns resilient machen

Interessanterweise ziehen wir nämlich Ärger oft als Gefühl vor.

Wir werden leicht wütend, ärgern uns, tragen Groll mit. Unser Gehirn bevorzugt das Gefühl des Ärgers. Es macht uns irgendwie Luft.

Doch es gibt ein Gefühl, das wir oft vermeiden, weil wir es kaum aushalten.
Und genau dieses Gefühl ist in dieser Zeit oft dran:
Trauer.

Traurigkeit, Kummer, Schmerz, Mitleid, Mitgefühl.

Es ist einfach tragisch, was an Leid entstanden ist.

Sehr, sehr traurig.

Niemand hat Schuld.

Niemand hat etwas falsch gemacht mit den Schutzmaßnahmen.

 

Es ist schlimm, weil es eine Katastrophe ist

Ich erinnere mich noch, als mein Handy die „Katastrophenwarnung in Bayern“ meldete. Sonst meldet diese App Stürme oder Hitzewetter.

Es stimmt: Es ist eine Katastrophe.

Etwas, das nicht als Ganzes abgewendet werden konnte. Etwas, das besondere Maßnahmen von vielen Instanzen benötigt und die Mitwirkung aller.

 

Es ist so, als ob dein Haus brennt und du die Feuerwehr rufst. Sie rettet dein Haus, ruiniert dir aber mit ihrem Löschwasser die gesamte Einrichtung. Großer Schaden ist passiert. Doch wenn niemand umgekommen ist, weißt du, es ist ein Glück. Der Schreck sitzt trotzdem noch lange in den Knochen.

Die Alternative wäre gewesen, das ganze Haus abbrennen zu lassen und vielleicht die Scheune und die Nachbarhäuser noch mit. Samt der Einrichtung.

Manchmal gibt es keine Wahl, die keinen Schaden anrichtet. Wir müssen das kleinere Übel wählen.

 

Wir haben es alle zusammen geschafft, die Kurve abzuflachen. Das war gigantisch.

Die Fähigkeit zur Trauer kann uns helfen, mit all dem Schweren umzugehen.

 

Resilient werden, indem wir sehen: Andere sind so viel schlimmer betroffen

Wenn wir doch einmal zweifeln, ob die Schutzmaßnahmen gerechtfertigt waren, hilft der Blick über den Tellerrand.

Wir alle haben die Bilder aus Norditalien und New York gesehen und Bilder aus anderen Ländern. Särge und Massenbegräbnisse ohne Angehörige.

Und wenn wir auf die USA, Brasilien und Russland schauen, wo das Wachstum jetzt noch immer wieder steil nach oben geht, können wir nur dankbar sein für unsere Situation.

Dort geht für viele Menschen der Kontakt nicht durch Schutzmaßnahmen verloren, sondern endgültig, durch den Tod.

 

Was mir aber die ganze Zeit immer bewusst war: Am schlimmsten ist es in Ländern, wo das Gesundheitssystem so schwach ist, dass totale Ausgangssperren verhängt werden müssen als einzige Option.

Diese Menschen dürfen einfach nirgends hin. Egal wie ihre Wohnsituation ist. Ihre Jobs sind weg. Geld und Essen sind weg. Wenn Menschen nicht einmal ihre Ernte einholen dürfen wie zum Beispiel in Indien oder Guatemala, wird es schnell existenzbedrohlich.

 

Worauf kommt es an im Leben?

Die meisten von uns haben durchgehend genug zu Essen gehabt.

Die Versorgung mit Wasser und Strom war üblicherweise gewährleistet.

Auch eine basismäßige ärztliche Versorgung.

Wer in Quarantäne ist, bekommt außerdem Einkaufshilfe angeboten, privat oder über die Gemeinde.

Wenn es dich einmal trifft, das zu brauchen: Die Hilfsbereitschaft ist enorm.

Wir sind kooperative Wesen und lieben es zu helfen. Es gibt immer Wege.

 

Hat sich nicht jetzt schon verschoben, was unzumutbar ist und worauf wir gar nicht verzichten können?

  • Auf Shopping hatte im Lockdown niemand Lust. Die Modeversender verzeichneten keine Bestellungen.
  • Essengehen wäre vielleicht schön, aber das Risiko … Da bleiben viele lieber daheim.
  • Und auf einen Sommerurlaub woanders lässt sich vielleicht verzichten, wenn sich nur Großeltern und Kinder endlich wieder sehen dürfen. Mit gebotenem Abstand.

Ganz klar bedroht dieser Verzicht wiederum die finanziellen Existenzen von anderen, deren Einkommen auf diesem Konsum beruht. Bitter.

 

Mit so viel Leid konfrontiert zu sein, kann uns auch bewusst machen, was wirklich wichtig ist. Und das macht uns resilient.

Wie ist es bei dir?

  • Was ist dir wichtig geworden in dieser Zeit?
  • Wie hast du das Beste daraus gemacht?
  • Hast du Formen von Genuss und Achtsamkeit gefunden, die dir schöne Momente erlaubt haben?
  • Anderen geholfen und dich besser gefühlt?

 

Zusammenfassung

Krisen im Leben fordern uns heraus, auf harte Weise.

Wenn wir die Herausforderung annehmen, Neues lernen und uns entwickeln, können wir unsere Widerstandskraft dadurch vielleicht sogar erhöhen. Als Einzelne und als Gesellschaft.

In Krisen sind wir aufeinander angewiesen. Wir entwickeln unsere eigene Stärke genauso, wie wir unsere Netzwerke stärken.

Dabei verwandeln wir uns oft in eine neue Form. Etwas wird anders.

Und jetzt vier Ideen von mir, wie du deine eigene Resilienz erhöhen kannst:

 

Wie kann dich die Krise resilient machen?

Die Basis ist, dass du die Krise als Gelegenheit zum Wachsen und Lernen betrachtest. Das heißt, die Herausforderung anzunehmen.

 

1.     Sei stolz sein auf das Erreichte

Leicht war es nicht. Gerade, weil es schwer war, können wir froh und stolz auf das sein, was wir geschafft haben (anstatt gleich über das nächste Ärgernis zu motzen und zum Alltag zurückzustreben, den es so noch länger nicht geben kann).

 

Was war schwer für dich?

Was für Steine hat die Pandemie dir in den Weg gelegt?

Was hat sie dir geraubt?

In welche Gefühle wurdest du gestürzt?

 

Und was hast du gemeistert in diesen Monaten?

Wo hast du dich umgestellt, das Beste daraus gemacht?

Worauf hast du verzichtet (das ist auch eine Fähigkeit)?

Welche neuen Gewohnheiten hast du gebildet, welche alten Gewohnheiten wieder aufgenommen?

 

Das war klasse!

Richte dich auf, klopf dir auf die Schulter.

Und was ist mit den Punkten, wo du dich nicht stark fühlst?

 

2.     Wenn du Hilfe brauchst, hol dir Hilfe!

Auch wenn jetzt und auf längere Sicht noch Spezialbedingungen herrschen – irgendwas geht immer.

Nicht verzweifeln und aufgeben – werde aktiv für dich selbst!

Greif auf dein soziales Netzwerk zurück.

Es können wirklich Sackgassen entstehen. Depressionen können sich verschlimmern. Hilfsangebote wegfallen.

Werde aktiv für dich. Oder hilf anderen. Tun macht uns stark.

 

Ein Gedanke: Manchmal in der Isolation oder an einem Tiefpunkt kann es auch sein, dass es unsere eigene Hilfe ist, die wir brauchen. Eine klare Entscheidung für uns selbst und unser Wohl. Ein Ja zu unserem Leben und unserer Person.

Gehen wir weiter zum Blick auf die Gesellschaft:

 

3.     Setze auf die Zuversicht, dass wir als Gesellschaft umlernen können

Bangemachen gilt nicht. Wir haben viele (durchaus berechtigte) Ängste und übersehen dann oft das Gute.

Zuversicht tut uns gut! Vieles ist besser gekommen, als wir dachten. Das kann uns Sicherheit geben.

Es wurde sehr viel bewegt und möglich gemacht. In kürzester Zeit.

Die meisten haben super mitgezogen und sich umgestellt.

 

Wir sollen hoffen und vertrauen, dass die Gesellschaft in einem Lernprozess ist.

Ja, es ist ein Prozess, und manches wirkt zunächst dumm oder langsam.

Nicht alle sind gleichzeitig am selben Punkt. Vieles macht uns Angst.

Aber da geht doch viel.

 

Wo siehst du Hoffnung?

  • Welche positiven Entwicklungen siehst du im Augenblick?
  • Welche Chancen?

 

Und jetzt noch ein persönliches Anliegen von mir:

 

4.     Bitte vorsichtig bleiben

Mir sehr wichtig: Ich hoffe, dass wir alle die Lehren aus der ersten Welle beherzigen und weiter vorsichtig bleiben.

Lass dich nicht anstecken von sommerlichem Leichtsinn.

 

Es ist ja so verständlich, dass die Menschen all das Schwierige hinter sich lassen wollen.

Doch das Virus ist immer noch unsichtbar, immer noch ansteckend – und immer noch da.
Es wartet auf seine nächste Gelegenheit. Es möchte nur eines: Sich vermehren. Und das wollen wir vermeiden.

 

Abstand einhalten – gerade in Innenräumen Masken tragen, weil dort die Krankheitserreger aus der Atemluft endlos in der Luft stehen.

Nicht nur da, wo wir müssen, sondern überall dort, wo wir uns und andere vor Ansteckung schützen wollen!

 

Es weiter ernst nehmen: Wir können das Gelernte verwenden, um eine zweite Welle zu vermeiden.

Dann sind wir wirklich resilient geworden in Bezug auf die Pandemie.

 

Alles zusammen – frage dich:

Was bräuchte es, damit du gestärkt aus dieser Krise hervorgehen könntest?

Ich wünsche dir alles Gute.

Deine Jana

 

Ausblick

Was ich noch gelernt habe: Die Ungerechtigkeit in der Welt nervt. Über die Maßen.

Corona zeigt in krassen Kontrasten auf, wie ungerecht Ressourcen und Belastungen immer noch verteilt sind.

Wirklich resilient macht uns diese Pandemie, wenn wir umdenken und die Welt neu gestalten. Eine riesige Chance.

 

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2 Replies to “Corona: Resilient durch die Krise”

  1. In den USA sind wir in Sachen Corona echt verarscht. Wir sind emotional am Ende, Masken werden politisiert, und die Fälle steigen. Hoffnung schwer zu erarbeiten hier.

    1. Liebe Maja,
      es tut mir und ganz sicher auch vielen anderen, die das lesen, unendlich leid, was in den USA abläuft. Es ist wirklich zum Heulen. Es dürfte so nicht laufen. Trifft so viele Unschuldige. Verursacht so viel unnötiges Leid. Angst, Sorge und Schrecken. Wo geholfen werden müsste, wird Machtpolitik betrieben.

      Ich kann nur den Kopf schütteln und an euch denken und auf eine Zukunft hoffen, wo die Dinge sich zum Besseren wenden. Leicht gesagt und es hilft nicht in den akuten Situationen von Not, die JETZT sind. Was den Menschen abverlangt wird, geht über das erträgliche Maß längst hinaus.

      Was kann da helfen? Jeden Tag einzeln für sich nehmen. Einander Trost und Stärke spenden.
      Eine längerfristige Perspektive, wo sich die Dinge verbessern werden, ganz sicher.
      Ich weiß, das ist alles wenig. Aber vielleicht mehr als nichts.

      Eine große Umarmung und tiefes Mitgefühl schicke ich.

      Alles Gute und viel Liebe
      Jana

      P.S.: Hier zwei Atemmeditationen auf Englisch von Yogalehrerin Ntathu Allen.
      Die erste vermittelt Ruhe ganz besonders in der Zeit von Corona.
      Die zweite wurde von von Ntathu aufgenommen nach den Vorfällen um den Tod von George Floyd. Sie sollen helfen, in all dem Schlimmen immer wieder zum Ort innerer Stärke zurückzufinden. Ich merke der Atemlehrerin an, wie gebeutelt sie durch all das ist, und trotzdem bringt sie die Ruhe wieder zurück. Das finde ich ein starkes Angebot.

      Ich profitiere sehr von Ntathus Serie 100 Days Meditation for Inner Peace, mit der sie durch die Corona-Krise begleitet.

      Vielleicht spricht dich etwas davon an?

      Breathe Calm – Day 39 – Body Awareness Meditation | 100 Days Meditation for Inner Peace
      https://www.youtube.com/watch?v=dUse3RYsEwc

      Breathe Calm – Day 43 – Mountain Meditation for Inner Strength | 100 Days Meditation for Inner Peace
      https://www.youtube.com/watch?v=fdTwnAvBmdc

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