Geborgenheit in sich selbst finden

Ich höre von vielen, dass sie schlecht schlafen. Oder zu nervös sind, um sich auszuruhen. Wenn wir unruhig sind oder nachts wach liegen, ist da Unruhe oder Sorge. Wie finden wir Geborgenheit und Trostgefühl wieder? Dazu einige Tipps.

Wer weiß schon immer, wo die Unruhe genau herkommt! Das kann vieles sein: Die unverarbeitete Ansammlung der Tagessorgen, der Abendkrimi oder die Nachrichten, die Schicksale anderer Menschen, Ängste und Nöte aus unserer Familiengeschichte, die Nachwirkungen eines Infekts – es gibt viele Quellen.

Kennst du irgendetwas davon?

Wenn ja, dann hier ein paar Gedanken dazu, warum Geborgenheit für unser Wohlbefinden nötig ist, und wie wir sie finden können, wenn wir sie vermissen.

 

Wir brauchen Wohlbefinden, Trost und Geborgenheit

Wir wünschen uns von Natur aus Wohlbefinden und innere Sicherheit.

Aber wenn kein Trostgefühl da ist (mit dem Botenstoff Serotonin verbunden), kann das Wohlbefinden flüchtig sein.

Wir brauchen dieses Gefühl aber unbedingt. Unbewusst tun wir daher alles Mögliche dafür:

  • Trostessen, ein Gläschen Wein oder zwei, die Beruhigungszigarette sind Maßnahmen für Geborgenheit und Wohlbefinden.
  • Ablenkung mit vielen Impulsen aus Medien sind weitere, völlig normale Wege, mit Unruhe und Sorgen umzugehen.
  • Sich in Arbeit stürzen kann auch wohltuend ablenkend sein.

Doch diese Mittel haben ihre Nachteile. Und außerdem stoppt oft die Wirkung, wenn wir mal ein bisschen Ruhe haben oder eben versuchen zu ruhen oder zu schlafen. Was dann?

Hier zunächst eine Liste von möglichen Quellen des Wohlbefindens und des Trostes, die wir tagsüber bewusst suchen und genießen können.

 

Wege zur Geborgenheit

Nummer 1: Herzenswärme durch verständnisvolles Gespräch

Ein wunderbarer Weg, Geborgenheit und Trost zu erleben, ist ein einfühlsames Gespräch mit anderen Menschen. Dadurch entsteht Herzenswärme

Nichts erreicht uns so sehr, wie richtig gehört und verstanden zu werden.

Wo finde ich solche Gespräche? Wie können diese gestaltet sein, dass sie allen Seiten gut tun? Kann ich Verständnis bekommen? Kann ich auch welches geben? In welcher Form?

Die Qualität der Freundlichkeit tut innen und außen gut. Freundlichkeit ist eine wertvolle menschliche Qualität, und eine Botschaft von der angstfreien Seite des Gehirns, wie hier beschrieben: Freundlichkeit.

 

Nummer 2: Behagen und Gemütlichkeit

Dir etwas Schönes, Behagliches gönnen, etwas Wohltuendes – was das für dich auch ist

Je nach Geschmack: Basteln, Gedichte lesen oder schreiben, Lieblingsmusik auflegen, Puzzle legen, Meditation, eine Kerze und ein Duft … Du weißt, was ich meine. Die Vorlieben sind hier unterschiedlich, du wählst deines.

Behagen und Gemütlichkeit vermitteln Geborgenheit.

 

Nummer 3: Schwung und Zuversicht tanken

Zuversicht gibt auch Geborgenheit. Die kann durch Tageslicht (oder Tageslichtleuchte) entstehen, durch Bewegung, wie Spaziergänge, oder Erledigungen. Aufräumen und eine klare Fläche schaffen kann die Nerven beruhigen.

Ganz besonders durch Bewegung zu Musik. Da kommt Optimismus von selbst auf, und damit auch wieder Geborgenheit in der Welt:

Alles wird gut. Ich schaffe das.

 

Nummer 4: Tagebuch / Journaling

Die Sorgen wirken meist stärker auf uns, wenn wir ihnen davonlaufen. Den Ängsten ins Gesicht blicken – besonders wirksam in schriftlicher Form – kann das Gefühl von Machbarkeit und damit von Sicherheit herstellen.

Wenn wir uns eine Liste der Bedenken machen oder einen schriftlichen Dialog auf dem Papier oder am Rechner / Handy führen, geht es oft schon viel besser.

Ich will wissen, was mit mir los ist. Und ich kann damit umgehen.

 

Das sind verschiedene Möglichkeiten tagsüber.

Doch was, wenn du dann doch wach liegst und nicht schlafen kannst?

Hier noch einige Ideen dazu, in sich selbst die Qualität der Geborgenheit wiederzufinden.

 

Geborgenheit in sich selbst finden

Ich denke, emotional sind wir in unseren Ängsten wie Kinder, die Zuwendung brauchen. Ewas in uns wünscht sich, gehalten zu werden und ein Wiegenlied gesungen zu bekommen.

Es ist wunderbar, wenn es uns gelingt, selbst diesen Zustand der Zuwendung und des Trostes herzustellen.

So könnte es gehen:

Mitgefühl und Annahme in sich selbst suchen. Wie ein Einringeln in das eigene Verständnis. Was, wenn ich selbst so viel Empathie für mich aufbringen könnte, wie ich es von anderen bräuchte? Artikel: Es tut mir leid, was du durchmachst [Brief von Mitgefühl]

Im Winter körperliche Wärme vermitteln durch eine Extradecke oder eine Wärmflasche.

Beruhigungsatem verwenden, das heißt, den Ausatem länger sein lassen als den Einatem. Artikel: Schlafstörungen? Endlich besser einschlafen mit einer simplen Atemübung [4- bis 6-Atemübung]

Sanfte Bewegung, wie ein Schaukeln oder Wiegen, ein Bewegen des Kopfes wie zu einer sanften Musik.

Oft höre ich zum Schlafen Entspannungstrancen, die mich herunterfahren und in den Schlaf bringen. Nicht immer passt das, aber oft schon.

Körperreise, Bodyscan: Achtsam in den Körper spüren von oben bis unten und alles wahrnehmen, wie es ist. Dies lindert Missempfindungen und schafft größere Ruhe.

 

Mich körperlich selbst umarmen, wenn ich liege. Probiere es einmal aus, ob es dir auch hilft. Etwa so: Eingehüllt in einen zarten, freundlichen Kokon.

Freundlich zu mir sprechen und mir im Geiste (oder eher im Herzen) sagen: „Ich bin doch für dich da.“ „Oje, ich verstehe dich. Ich passe auf dich auf.“ Das ist keine Technik, sondern manchmal kommt da ein bestimmtes inneres Gefühl von Fürsorge, Milde und Mitgefühl auf, das mich wirklich erreicht.

Oder auch Hände auf eine bedürftige Stelle auflegen, bis ich richtig warm werde. Auf den Bauch, den Solarplexus, die Brustregion, die Hüften: Das Gefühl von Berührung beruhigt. Der Atem wird von selbst tiefer.

Einhüllen in eine spirituelle Dimension, eine Energie oder bestimmte Instanz, der ich in dem Moment vertraue oder die ich spüren kann. Funktioniert nicht immer, wirkt aber sehr gut, wenn es spürbar wird.

 

Dein eigener Weg

Vielleicht sind Tipps dabei, die du schon verwendest. Oder die du wieder einmal anwenden könntest. Oder die dich inspirieren, etwas Neues auszuprobieren.

Jede Person reagiert unterschiedlich, aber Geborgenheit und Sicherheit wünschen sich wohl die meisten, denke ich?

Vor allem empfindsame Menschen – denen Dinge leicht zu nahe gehen und die sich sehr engagieren oder oft sorgen – können es brauchen.

Was ist in deiner seelischen Hausapotheke?

Liebe Grüße zum Jahresabschluss von

Jana

 

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(c) Texte sowie alle Fotos und Bilder von Jana Lindberg. Urheberrechtlich geschützt.

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