Ziele setzen: So erfindest du dich neu für das neue Jahr

Woher, Wohin? Was war, was soll sein? Und wie kann ich darauf hinwirken? In diesem Artikel geht es um deine Ziele für die nächsten 12 Monate. Egal ob am Anfang eines neuen Kalenderjahres oder Lebensjahres. Hier der Ablauf, den ich verwende.

Erst dachte ich, darüber kann ich doch jetzt nicht mehr bloggen, Mitte Januar! Dann habe ich gesehen, dass ich meine eigenen Ziele in 2021 auch am 18. Januar aufgeschrieben habe.

Und 2021 war für mich der Bringer: Ich habe nach dieser Methode meine Ziele definiert und am Ende des Jahres überrascht gesehen, wie gut alles gegangen ist, besser als gehofft. Und das, obwohl ich die Zielelisten teils abgehängt hatte.

Warum also nicht? Ich hoffe, dass du dir irgendetwas herausziehen kannst.

Den Ablauf habe ich übrigens in diesem YouTube-Video kennengelernt: How to Reinvent Yourself in 2021 (a guided journalling technique). Danke an den Autor struthless für die Inspiration. Hier meine Version:

 

Warum überhaupt Ziele setzen?

Oft prasseln die Dinge auf uns ein. Dann können wir ins Reagieren kommen. Und wählen im Stress nur noch automatisch aus, was wir tun.

Automatisch heißt, wir reagieren wahrscheinlich aus gelernten Mustern heraus. Nicht ideal, um eine Situation zu gestalten, die heute für uns passt.

Egal was auf uns zukommt, wir haben immer eine gewisse Wahl – aber nur, wenn wir sie ausüben.

Und das bringen definierte Ziele:

  • Formulierte Wünsche, Ziele und Absichten sind unser eigener Filter, um zu sortieren und zu gestalten.
  • Wir gehen in die Aktivität, um unser Leben in eine gewünschte Richtung zu gestalten.
  • Wissen, was wir nicht wollen, was nicht unser Bedürfnis ist. So dass wir alte Fehler erkennen und es anders machen können.
  • Ganz wichtig: Wissen, wann wir „Hier!“ schreien müssen. Unser Unbewusstes hört unsere Ziele mit und drängt uns später unvermutet zu mutigen Schritten, wenn sie dran sind. 🙂

Und nun zum Überblick:

 

Vorgehen

Wie kannst du damit arbeiten?

  1. Du kannst den Artikel einfach lesen und dir deine Antworten dabei überlegen. Eine innere Reflexion.
  2. Oder du liest alles und lässt es die nächsten Tage auf dich wirken.
  3. Du kannst auch Notizen machen. Schriftliche Ziele haben Vorteile: Du formulierst konkreter. Du kannst die Liste aufhängen und lesen, einen Zwischencheck zum Halbjahr machen und alles am Jahresende auswerten, das macht Spaß.

Die Ausführlichkeit entscheidest du selbst. Meine Ziele haben natürlich wieder den Umfang einer Seminararbeit angenommen … 😉

 

Vier Schritte

Und dies sind die Schritte:

  1. Das Vorjahr wertschätzend auswerten – vom Positiven her anfangen
  2. Mein ideales neues Jahr (wilde, ehrgeizige Liste)
  3. Fokussieren: Die fünf wichtigsten Ziele
  4. Details: Wie ich es angehen will (Identität, Motivation)

Wenn du dir einen Teil der Inspiration herausgreifst und den Rest nur überfliegst, völlig okay. Wenn du alle Fragen beantworten willst, wunderbar. Du entscheidest.

Und jetzt zur Methode. So erfindest du dich neu für das neue Jahr:

 

1.  Das Vorjahr wertschätzend auswerten

 

Grober Überblick: Was war los?

  • Kalender querlesen, was überhaupt los war. (Wir vergessen doch vieles, und sind dann überrascht. „Ach ja, das war ja auch alles noch.“)
  • Also wo komme ich her? Von was für Erfahrungen spreche ich überhaupt, wenn ich sage, ich will es noch anders haben?
  • Wenn es dir so geht wie mir, waren da viel mehr starke und positive Dinge, als du dich auf Anhieb erinnerst.

Was hat mich begeistert und inspiriert?

  • Was hat mir die Energie von Neugierde, Inspiration, Freude vermittelt?
  • Wer hat mich inspiriert? Was hat mich gestärkt, ermutigt?
  • Was hat mir geholfen, mich zu erneuern?

Was hat mir Energie geraubt?

  • Was ist es, womit ich Energie und Kraft verliere? Wo ich sie regelmäßig versenke?
  • Mit welchen Kniffen hole ich mich selbst in positiven Flowzeiten wieder runter und setze auf dem Boden auf?
  • Wo übernehme ich die Verantwortung für meine Bedürfnisse nicht, sondern schiebe sie auf andere?

Was habe ich gelernt?

  • Was waren die Entwicklungsschritte, die ich im alten Jahr gemacht habe?
  • Welche Lektionen habe ich gelernt, begriffen, verinnerlicht?
  • Wo bin ich weiter als vorher?

 

2.  Mein ideales neues Jahr

 

Wie sieht mein ideales Jahr in den für mich wichtigen Kategorien aus? (Wilde ehrgeizige Liste)

Hier können wir ins Träumen und Phantasieren kommen. Schreib alles auf, was du dir idealerweise vorstellen könntest. Wenn es richtig toll liefe. Alle Bereiche, alle Ziele, alles erlaubt.

Bereiche können sein:

  • Überblick
  • Partnerschaft
  • Familie und Freundschaften
  • Kreative Entwicklung
  • Erholung und Heilung, Gesundheit und Fitness
  • Jobleben
  • Emotionale und spirituelle Entwicklung
  • Finanzen
  • Lebensführung, Organisation
  • Engagement
  • Abenteuer
  • Dinge, die du im Leben unbedingt noch machen willst.

Passe dir die aufgeführten Bereiche an, so wie sie für dich stimmen. Schreib zum Beispiel Überschriften und darunter mit Pünktchen, was du dir vorstellst.

Das dauert sicher eine ganze Weile, ist aber auch schön und belohnend. Du darfst dir was wünschen! „Darf ich mir was wünschen?“ Natürlich, das musst du sogar! Wünsche sind dein Wegweiser Richtung Zukunft

 

3.  Was sind meine fünf wichtigsten Ziele?

Und DANN … Dann geht es ums Auswählen.

Du weißt jetzt, was du dir wirklich wünschen würdest.

Die Energie und Aufmerksamkeit muss aber gebündelt werden, um etwas zu bewirken, um Fortschritte zu erzielen.

Daher machen wir eine Auswahl auf die wichtigsten fünf Ziele. Die anderen bleiben gültig, doch dein Hirnschmalz und deinen Willen setzt du künftig konzentriert für eine Handvoll Ziele ein:

  1. Ziel:
  2. Ziel:
  3. Ziel:
  4. Ziel:
  5. Ziel:

Gibt es ein übergeordnetes Motto, das du dir geben willst oder das du herauslesen kannst?

Gibt es einen obersten Wert, ein Jahresthema, das sich auf die anderen Ziele mit auwirkt?

Was klingt für dich nach Sehnsucht, nach innerem Antrieb, nach echter eigener Motivation?

 

Jetzt liegt vielleicht schon (bald) eine hübsche Zielliste vor dir. Du hast ein Gefühl von Klarheit und Optimismus gewonnen.

 

Achtung: So kannst du bei dieser Übung schummeln und abkürzen!

Quick Tip für Leute, die keine langen Übungen mögen:

Notiere, nachdem du soweit gelesen (oder überflogen) hast, einfach spontan die drei wichtigsten Anliegen des Jahres auf einen Zettel. 🙂

Hauptsache, du hast für die kommenden Artikel zumindest eine vage Vorstellung von deinen wichtigsten Zielen.

Und es geht weiter:

 

Wenn du bis hierher durchgehalten hast, Respekt!

Es wird sich auszahlen.

Wenn du noch einen Schritt weitergehen willst, geht es an die Ausgestaltung. Es geht ins Detail, ist es aber auch wert, denn hier kommen viel Inspiration, Motivation und Zuversicht auf.

Die Fragen werden für jedes der fünf Ziele beantwortet; wie gehabt, entweder im Kopf oder schriftlich:

 

4.  Wie ich es angehen will (Identität, Motivation, Haltung)

Ich beantworte folgende Fragen für jedes einzelne Ziel:

  • Was will ich genau haben oder erreichen?
  • Warum will ich es? Was ist mir wichtig daran?
  • Wer muss ich sein, um das zu erreichen? Welcher Teil meiner Persönlichkeit ist da angesprochen? Welche innere Identität ist die treibende Kraft? Wenn ich mich mit ihr verbinde, gibt das viel mehr Power, als wenn ich mir selbst kleinliche Vorschriften mache. Das Unbewusste arbeitet mit.
  • Idee für die Bildebene: Vielleicht eine Zeichnung machen oder ein Bild malen? Eine Postkarte mit einem Vorbild heraussuchen?

Und weiter:

  • Was müsste ich begrenzen, wozu müsste ich Nein sagen, um es zu erreichen? (s.o.: Was hat mich letztes Jahr Energie gekostet?)
  • Wozu müsste ich Ja sagen? (s.o: Was hat mich letztes Jahr inspiriert? Was habe ich gelernt?)
  • Wenn es hart wird und ich das Ziel mal völlig aus den Augen verloren habe (was passieren wird) – was tue ich dann, um wieder aufs Pferd zu kommen?
  • Warum verdiene ich es? Warum gönne und wünsche ich es mir selbst, dieses für mich wichtige Ziel zu erreichen?

 

5. Praxis und Theorie

Wenn du noch ein bisschen Hirnschmalz übrig hast, überlege dir noch folgendes:

  1. Was sind gute praktische Gewohnheiten, die ich im Alltag einführen kann, um das Ziel zu erreichen? Wie sieht meiner jetzigen Meinung die Praxis aus? Das kann später anders sein, aber mein Gehirn stellt sich schon einmal auf Handlung ein. 
  2. Was ist der Geist, die innere Haltung, mit der ich mein Leben führen und dieses Ziel erreichen will? („Wie du eins im Leben tust, so tust du alles.“ Zitat unbekannnter Herkunft.) Was ist der Geist hinter den Zielen? Wie will ich durchs Leben gehen?

Das gibt mir eine konkrete Idee, was ich alles sein und tun könnte. Viel Schubkraft für meine Ziele.

Wichtig: Es geht nicht darum, alles „einzuhalten“, sondern um jede Menge Lösungsideen im Kopf.

 

Ich hoffe, du kannst mit einigen dieser Ideen irgendetwas anfangen.

Lass mich in den Kommentaren unten wissen, was davon dich inspiriert, wie du es machst (und vielleicht für dich abwandelst). 

Ich bin neugierig zu erfahren, wie es dir mit den Zielen für ein völlig neues Jahr geht!

 

Schöne Grüße

Deine Jana

 

Mehr Artikel

 

Noch einmal das Video, in dem ich diesen Ablauf gefunden habe

How to Reinvent Yourself in 2021 (a guided journalling technique) von struthless,

Der Autor Campbell Walker macht wirklich gute Videos (allerdings auf Englisch). Was ich daran besonders beeindruckend finde, ist, dass er sich aus früherer Drogenabhängigkeit herausgearbeitet hat und jetzt als Kreativer selbständig ist, eine Familie gründet und bald Vater wird, ein Buch mit eigenen Illustrationen zum Thema seelische Gesundheit veröffentlicht hat und vieles mehr. Er hat also alle Tipps hart erprobt, die er für Selbstmanagement anbietet. Wenn er es kann, können wir es auch.

Er hat den Ablauf von Yearcompass. Dort kann man eine Broschüre mit den Fragen kostenlos herunterladen, allerdings auf Englisch. Deshalb habe ich hier eine verkürzte Version in meiner eigenen Fassung gebracht.

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