Kleine Wunder: Tee aus dem Garten

Am Rand unseres Grundstücks wächst eine Malve. Es ist so ziemlich die einzige Pflanze, die aus meiner Bienensaat an dieser Stelle aufgegangen ist. Ich hatte noch nie eine Malvenpflanze und staune über ihre Schönheit. Das tiefe Violett der Blüten, hinreißend. Erst wusste ich nicht, was da kommt. Jetzt ist sie überkopfhoch. Die Bienen lieben sie. Tee aus dem Garten, eine kleine Fotoserie.

Kräutertee

Vor zwei Jahren habe ich angefangen zu gärtnern. Und den ganzen Sommer über frischen Kräutertee aus dem Garten zu trinken.

Mein Start war klassisch mit Minze und Melisse.

Dann fügte ich Salbei hinzu und Zitronenverbene. Oder Muntermacher wie Rosmarin, Thymian und Bohnenkraut.

Sie alle schmecken frisch ganz anders als getrocknet, unvergleichlich. In einem Krug mit Honig fand ich diesen Tee stärkend und ermutigend nach Corona.

Auch Gänseblümchen und Löwenzahn konnten dabei sein, Wegerich oder Brennnessel.

Mein bunter Tee

Unkraut genießen

Seit diesem Jahr pflücke ich jetzt noch mehr Heilkräuter, wie den Beinwell oder den Frauenmantel. Oder wilde Kräuter, oft als Unkraut verschrien.

Giersch zum Beispiel! Er schmeckt frisch und angenehm (die hellen jungen Blätter nehmen). Auch als Limonade zu genießen mit etwas Apfelsaft und Zitrone.

Giersch

Über den Giersch las ich das folgende alte Zitat: „Im Kampf gegen den Giersch zeigt sich die Vergeblichkeit menschlichen Tuns.“ 🙂 Hast du da auch schon deine Erfahrungen gemacht?

Viele Unkräuter sind nicht wirklich loszuwerden. Sie einfach zu essen oder zu trinken, das kommt mir als ein guter Ansatz vor. Auf YouTube gibt es zahlreiche Videos über die positiven Wirkungen des Giersch. Und auch auf www.kostbarenatur.net, samt Rezepten.

Keine Kontrolle

Gärtnern beweist uns immer wieder, dass wir nicht die Kontrolle haben. Das fängt schon beim Wetter an. Und geht bei den Pflanzen weiter:

Manches geht auf, manches nicht. Manches verzeiht Fehler, manches nicht. Oft gedeiht etwas, das wir nicht haben wollen, prächtig (Schnecken zum Beispiel), während wir uns für anderes mühen müssen, mit mehr oder weniger Erfolg.

Aber mit Pflanzen habe ich das Gefühl, täglich am Wunder des Lebens teilzuhaben. Was unsere Humusschicht alles hervorbringt, wie winzige Samen tatsächlich aufgehen und zu Pflanzen heranwachsen, ist unendlich faszinierend.

Renaissance der Selbstversorgung

Beim Spazieren sehe ich in den Vorgärten jetzt immer mehr Hochbeete. Früher, noch in den Sechzigerjahren und bis in die Siebziger, war es normal, etwas Selbstversorgung zu betreiben.

Ab den Neunzigern ist es mit der Konsumkultur immer mehr aus dem Blick geraten, wie auch das Selbernähen. Der grüne Trend bringt die Selbstversorgung jetzt wieder zurück. Gut!

Stockrose

Da erleben nun viele von uns, wie toll und wie schwierig es ist, Essen anzubauen. Mein Respekt vor der Landwirtschaft ist gewachsen. Täglich ernähren wir uns von dem, was wächst, anders gäbe es uns nicht.

Was da in meiner Biokiste jede Woche so kommt, sieht einfach prachtvoll aus. Ich könnte das so nicht. Vielleicht lerne ich ja noch einiges.

Teefreuden

Heute jedenfalls bin ich bunten Tee pflücken gegangen. Ich habe inzwischen etliche Pflanzen nachgeschaut, und diese sind nicht nur genießbar, sondern die meisten von ihnen sogar Heilpflanzen.

Mein Tee: Ringelblume, Stockrose, Wegwarte, Kornblume, Taubnessel, Margerite. Dazu als Kräuter Giersch und Zitronenverbene. Und eben die wunderhübsche Malve.

Verbundenheit zum Trinken. Und Zeit zum Träumen und Dichten.

 

Empfehlung: Webseite Kostbare Natur

Diese Seite über Heilkräuter habe ich auf meinen Suchen gefunden: https://www.kostbarenatur.net. Informativ und sehr schön gemacht.

 

Weitere Artikel

Empowerment

  • Danke für dein Engagement [Brief der Wertschätzung an dich]. Im Moment gehen die Abrufzahlen dieses Artikels wieder nach oben. Die Menschen haben gerade in dieser Zeit von Überschwemmungen das Bedürfnis, andere für ihren tollen Einsatz zu würdigen.
  • Warum Empowerment der neue Megatrend ist. Selbst etwas anzubauen ist auch eine Form von Empowerment. Selbstbestimmung beim Essen, die Fähigkeit zum Anbau wiedergewinnen, regionaler werden, Bienen versorgen; die Gründe sind ganz unterschiedlich. Jedenfalls stärken wir uns damit. Und für mich ist Empowerment der große Trend: Netzwerke aufbauen und stärken, die für das Leben und die Menschen sind und nicht dagegen handeln. Die richtige Richtung.
  • Brief an Mutter Erde [Earth Day]. Am frühesten im Jahr wachsen Pflanzen, die ich nicht angebaut habe, wie der Löwenzahn! Auch sie verbinden mich mit der Humusschicht, die ich so liebe. Erde pur.

Langsam werden, träumen

Wenn du Sehnsucht nach einer Auszeit hast und danach im Moment zu sein, hier einige Artikel:

Beinwell

2 Replies to “Kleine Wunder: Tee aus dem Garten”

  1. Wunderbar, dass frau so bunte und leckere Tees haben kann. Ich kannte Tee früher nur als irgendwelche trockenen, grau-grünen Krümel in nem Teebeutel mit Bindfaden und Pappzettelchen.
    Sowas Schönes verdient dann auch gerne eine Glaskanne.

    1. Liebe Grane,
      das stimmt, die getrockneten Kräuter aus dem Teebeutel schmecken nochmal ganz anders – es hat nichts mehr mit dem frischen Tee zu tun!
      Die Farben haben mich richtig froh gestimmt, es war das erste Mal, dass ich so einen bunten Tee gemacht habe.
      Liebe Grüße und schönen Sommer
      Jana

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