Qigong für mehr Energie und Beweglichkeit

Wir brauchen Bewegung, unser Körper kann nicht ohne. Wenn ich nur sitze, erstarrt mein Körper schnell, zieht und drückt. Fehlende Bewegung macht krank. Um uns regelmäßig zu bewegen, brauchen wir eine Form, die uns Freude macht. Und die möglichst nützlich ist. Für mich weit oben auf der Liste steht Qigong. Heute stelle ich vor warum. Mit Videoempfehlung.

 

Die Energie kultivieren

Qigong ist eine chinesische Körperkunst und bedeutet das Üben und Kultivieren der Lebensenergie (Qi = Lebensenergie; Gong = Pflege, Kultivieren, Üben).

Es gibt verschiedenste Formen von Qigong. Im 20. Jahrhundert wurden sie teils erstmalig einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht; teils auch erst aus viel älteren komplexeren Formen entwickelt; ein vereinfachtes, leichter erlernbares Übungssystem.

Hier eine kurze Info der deutschen Qigong-Gesellschaft und eine etwas längere Info des Taiji-Forums.

Mein Fazit: Qigong vereint viele Vorteile in sich, die ich dir im Folgenden vorstellen will, ehe ich eine konkrete Empfehlung für ein kleines Probierprogramm gebe:

 

Bewegung in alle Richtungen

Qigong ist eine körperliche Bewegungsform, mit der wir alle unsere Gelenke und Gliedmaßen in alle möglichen Richtungen bewegen.

Unser Körper ist wirklich überaus beweglich, aber der Bewegungsradius verkümmert in unserer sitzenden Lebensweise. Die Faszien verkürzen sich, verkleben, lassen die Bewegung immer weniger zu.

Und dann fühlt sich allmählich jede Bewegung blöd an und wir lassen sie noch mehr bleiben, ein Teufelskreis!

Qigong wirkt unmittelbar den Verkürzungen entgegen und schafft Beweglichkeit in den Gelenken und Bandscheiben.

 

Das Üben wirkt sofort

Qigong-Übungen nutzen den ganzen Körper und machen ihn fitter für unseren ganz normalen Alltag. Ich übe, und dann merke ich in Job, Kreativität und Hausarbeit, dass sie leichter gehen.

Außerdem bringt jede einzelne Session sofort einen Impuls für mehr Beweglichkeit. Das „Festbacken“ wurde unterbrochen.

Doch Qigong ist nicht nur gut für die Beweglichkeit:

 

Viele positive Effekte auf einmal

Wie eine sehr abwechslungsreiche Gymnastik hat Qigong folgende Effekte: Es aktiviert, mobilisiert, kräftigt und dehnt. Zugleich fördert es durch zahlreiche Überkreuzbewegungen auch die Koordination.

Auch regt es die Durchblutung und den Lymphfluss an. Das ist schon sehr viel in ein und derselben Übung.

Dabei ist die Bewegungsform recht leicht zu lernen:

 

Qigong als sanfte Übung

Der Einstieg kann ganz leicht gehen. Es ist nicht notwendig, sich zu übernehmen. Mit sanfter Übung innerhalb der eigenen Möglichkeiten kann ich meine Grenzen langsam erweitern.

Die Wirkung ist sanft, doch stetig. Die Stabilität nimmt heimlich immer mehr zu. Also als Bewegungsform sehr gut für Rehabilitation geeignet, auch für den eigenen Widereinstieg nach einer Trainingspause.

Dabei ist es keine statische Form:

 

Bewegungsflow und Trance

Für all diese Effekte nutzt Qigong fließende, wiederholende Bewegungen und führt zum Flow, zu einem fließenden, angenehmen Gefühl. Ich kann dabei ein bisschen in Trance gehen.

Dadurch wirkt das Üben besonders harmonisierend. Vom Alltag abschalten, aus dem Denken in den Körper zurückkommen. Träumen.

 

Qigong für Tiefenatmung

Dieser Flow kommt besonders dadurch zustande, dass wir die Übung im Atemrhythmus machen.

Und zwar sollte die Bewegung sich nach dem eigenen Atem richten, nicht umgekehrt.

Den verschiedenen Bewegungen sind Ein- und Ausatem zugeordnet. So ergibt sich ein tieferer Atem ganz von selbst. Der Körper bekommt mehr Sauerstoff. Und mehr Energie.

 

Mehr Energie durch Qigong

Denn bei alledem ist Qigong eine medizinische Anwendung der alten chinesischen Medizin. Es soll die verschiedenen Meridiane anregen und durchlässig machen.

Das kann ich nicht nachprüfen, aber ich spüre, dass es die Lebensenergie erhöht. Es wärmt angenehm. Durch die Übungen habe ich mehr Kraft im Alltag. Auch wenn ich krank war, kann ich sanfte Formen machen und mich wieder aufbauen.

 

Beruhigende Wirkung: Meditation in Bewegung

Die fließenden, regelmäßigen Bewegungen des Qigong beruhigen außerdem das Nervensystem und gleichen die Elemente Aktivität und Ruhe aus: Zugleich aktiv sein und dadurch ruhiger werden.

Die Übungen wirken besänftigend und stabilisierend, der Atem verlangsamt sich, der Geist kommt zur Ruhe. Daher findet sich Qigong inzwischen in vielen Rehakliniken im Angebot.

 

Qigong, kleine Übung, große Wirkung

Schon fünf Minuten täglich bewirken eine Veränderung. Das war ein Tipp, den Hanne Seemann mir in einem Coaching gab: Jeden Morgen fünf Minuten Qigong zu machen.

Und das mache ich ziemlich häufig, oft direkt nach dem Aufstehen.

Ein morgendliches Entknittern mit Energieeffekt: Dadurch spüre mehr Beweglichkeit und Durchblutung. Und ein höheres Energielevel.

 

Zeitunabhängig und alleine möglich

Für mich ist dabei es ein großer Vorteil, dass ich Qigong üben kann, wann ich mag und solange ich mag.

Fünf Minuten am Morgen oder fünfzehn nachmittags, wie es mir reinpasst. Es gibt natürlich Kurse, und das Lernen in Kursen hat sicher viele Vorteile.

Doch auch mit Online-Angeboten oder einfach für mich ist alles schon komplett möglich.

Und das mit einer ziemlich großen Auswahl:

 

Verschiedenste Formen von Qigong

Je nach körperlichen Möglichkeiten, Lust und Zeit können wir aus einer Vielzahl von Übungsformen auswählen. Toughere und sanftere. Fast schon Richtung Kampfkunst oder ganz still oder etwas dazwischen. Alles ist möglich.

Da ich Scannerin bin (also von Natur aus neugierig und vielseitig), bleibe ich nicht immer bei derselben Übungsform …

Sondern ich wechsele ab:

  • Mal mache ich aufwärmende Kreise mit Knien, Becken, Armen.
  • Mal mache ich so viele Übungen einer Reihe, wie ich eben in diesem Moment unterbringe.
  • Und mal mache ich mehrere Tage am Stück dieselbe Übung.

Außerdem mache ich nicht immer Qigong. Ein anderes Mal übe ich vielleicht mehr Feldenkrais oder Yoga, Tanzbewegungen oder sonstwas.

Aber ich komme immer wieder zu Qigong zurück. Weil es so gut tut.

Und nun mein Einsteigertipp:

 

Für dich zum Ausprobieren: Video-Empfehlung

Wenn du Qigong schon immer einmal probieren (oder wieder mal machen) wolltest, habe ich hier ein schönes Video für dich.

Es ist auch zum Einstieg geeignet, wenig anstrengend, dafür bringt es viel Wohlbefinden.

Diese „Tägliche Routine“ von Marisa (YoQi) ist angenehm, ausgewogen und schonend.

Die Bewegung geht fließend in alle Richtungen; kleine Klopfübungen und Massagen sind darin enthalten, danach fühle ich mich pudelwohl. Dadurch hat es mir geholfen, relativ konsequent Qigong zu machen.

Bei aller Abwechslung kehre ich immer wieder zu dieser Übung zurück. Hast du Lust, die 15 Minuten einmal auszuprobieren und zu spüren, ob du auch das Gefühl von Flow und Energie erlebst?

 

Wenn du es probierst, passe es dir an

Wichtig: Welche Bewegungsform wir auch machen – immer spüren!

„Augen zu und durch“ ist keine gute Option. Gesünder ist eine Bewegung, die mit dem eigenen Körpergefühl zusammenpasst.

  • Wenn etwas nicht zu dir passt, wenn du zum Beispiel nicht so lange stehen kannst, pass es dir an: Mach die Übung im Sitzen.
  • Gehe nur so weit, wie du gut kannst. Und pausiere, wenn du müde bist. Mehrere Tage am Stück geübt, wirst du schon mehr Kraft und Beweglichkeit feststellen.
  • Du hast nur fünf Minuten Zeit? Lieber fünf Minuten üben, als 15 Minuten bleibenlassen!
  • Mache es im Fluss: Achte darauf, in den Knien beweglich zu bleiben. Auch in den Hüften. Alles ist recht fließend, nicht statisch. Atme weiter, sanft und fließend.

Du wirst dich an die Bewegungen gewöhnen, gib dir ein bisschen Zeit auch bei denen, die am Anfang noch komplex wirken.

Fließende, energetisierende, harmonisierende Bewegungen aus einem uralten Medizinsystem: Wenn du Lust hast zum Ausprobieren, dann viel Spaß bei meiner Leib- und Magenübung des Qigong. 😊

 

Und was auch immer deine Lieblingsbewegungsform ist – ich wünsche dir ein gutes Gefühl im Körper und viel Energie und Balance.

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