5 Tipps für einen balancierten November

Wir können einen balancierten, erfüllenden November haben, wenn wir uns dem Takt der Zeit anpassen. November ist grau. Immer weniger Licht und mehr Dunkelheit. Wir spüren, dass unsere Energie abnimmt. Manchmal fühlen wir uns depressiver und erschrecken: Was ist denn nur los mit uns?!

Dabei ist es ein ganz natürlicher Prozess. Die Bäume ziehen ihre Säfte ins Innere zurück, der Boden wird schützend mit Blättern bedeckt. Das Wachstum geschieht jetzt im Verborgenen.

 

Nur wir Menschen wollen munter in der Welt weiterpowern. In den Medien kommt es mir fast so vor, als würden wir vom Sommerurlaub – mit einem kurzen Zwischenstopp über die Halloween-Partystimmung – direkt in den Weihnachtsstress katapultiert.

Im Job ist es auch nicht anders: Die Unternehmen entfalten unzeitgemäße Hektik dabei, die Jahresbilanz noch mit diversen Aktionen zu verbessern. Die Wirtschaft kurbelt auf zum Weihnachtsgeschäft.

All das ist für mich nicht „in der Zeit sein“. Es passt nicht zur Saison.

 

In der Zeit sein im November

Aber was ist im November für eine Saison?

Oft ärgern wir uns ja über ihn: So trist! Und auch noch kalt!! Sogar Regen und Nebel, unerhört. Wieso benimmt er sich nicht besser? Zum Beispiel wie ein August, ein goldener Oktober, oder wenigstens wie ein Dezember mit Schnee?

Weil es der November ist. Ein Monat dazwischen.

Und das ist okay.

Ich schlage vor, in der Zeit zu sein, im November, und ein neues Verhältnis dazu zu gewinnen. Hier ein Gedanke dazu:

 

Lass dich auf das Yin ein

Wie wäre es, nicht gegen die langsamere Gangart anzukämpfen, die sich in uns breitmacht? Sondern uns darauf einzulassen?

Nach der chinesischen Philosophie nimmt mit dem Licht des Sommers auch das tatkräftige Yang ab (das Feuer, die Power, das Machen). Ich schrieb schon darüber, was ein Zuviel an Yang bei uns bewirken kann: Stress pur! Wieder mal aus der Kurve geflogen? Dieses Geheimnis steckt dahinter.

Im November sinkt das Yang immer mehr, um im Dezember seinen Tiefpunkt zu erreichen. Im Winter hat das Yin nämlich seinen Höhepunkt: die Qualität des Zulassens und Daseins, das Kühle, der Schatten.

Yin ist die Fähigkeit, etwas ohne unser Zutun entstehen zu lassen – ohne Anstrengung. Aus sich heraus. Es bedeutet, manches ruhen lassen zu können.

Das heißt, wir brauchen im Herbst eigentlich etwas anderes als die übliche Hektik.

 

Die abnehmende Energie des November erlauben

Es ist eine andere Qualität als Grillparty, Schulanfang, Erntedankfest, Halloweenparty oder Konsum-Glitzer-Weihnacht.

Der November kann uns dabei helfen zu erkennen, was wir brauchen:

Vielleicht eine Akzeptanz für eine abnehmende oder sich nach innen wendende Energie.

 

Wir können uns mehr Yin erlauben.

Mit der Saison mitgehen, statt dagegen anzukämpfen.

Und wie geht es nun, sich auf das Yin einzulassen?

Ich glaube, jede Person kann nur selbst ihr Verhältnis dazu bestimmen. Dazu mache ich hier einige Vorschläge, die dich hoffentlich inspirieren:

 

Tipp Nummer 1: Die Kunst des Nicht-Handelns

Machen und tun! Fleiß und Anstrengung. Das ist uns so vertraut, dass wir gar nicht darauf kommen, dass es auch mal ohne gehen könnte.

Die Kunst des Nicht-Handelns ist daher nicht so leicht zu verstehen. Auch wenn sie von spirituellen Menschen verschiedener Traditionen praktiziert wird.

 

Im chinesischen Dao De Jing zum Beispiel heißt es: „Praktiziere die Kunst des Nicht-Tuns, und alles fügt sich zusammen.“

In den Sieben geistigen Gesetzen des Erfolgs von Deepak Chopra – die auf dem Ayurveda beruhen – ist dies das Gesetz des geringsten Aufwands: „Tue weniger und erreiche mehr.“

Und künstlerische Menschen wissen genauso wie Therapeutinnen und Therapeuten, dass nur ein Teil des Prozesses bewusst gemacht wird – weil ganz vieles von alleine geschieht. Wir sind dazu eingeladen, darauf zu vertrauen. Zum Beispiel auf den kreativen Flow.

 

Die Kunst des Nicht-Handelns ist eine energiesparende Lebensweise

Es bedeutet nicht, „gar nichts mehr zu tun“ – aber das Tun ist weniger angestrengt, geschieht mehr einfach von selbst. Es ist eine andere Qualität.

Die Kunst des Nicht-Handelns heißt:

  • erlauben, dass Dinge sich ergeben oder entfalten,
  • achtsam im Moment bleiben und die aktuelle Situation akzeptieren,
  • abwarten und im richtigen Augenblick eine Kleinigkeit tun.

Es ist eine Haltung mit viel weniger Kampf.

Ich glaube, Aktivität, selbst Aktivismus und Kampf können viel Kraft gewinnen, wenn wir uns überflüssige Anstrengung ersparen!

 

Wenn dich das anspricht:

  • Wo kannst du die Zügel mal locker lassen? Wo wäre Abwarten eine gute Strategie?
  • Wo ist weniger mehr? Wo reicht weniger aus?
  • Hast du Dinge erreichen wollen, die nicht in deinem Einflussbereich liegen?
  • Warst du dir selbst gegenüber irgendwo unerbittlich?
  • Könntest du irgendetwas davon loslassen?

Das bedeutet, das Yin zu leben, worüber ich hier schon schrieb: Erholung gehört zum Leben – Lebe das Yin

Probiere es mal und praktiziere die „Kunst des Nichts-Handelns“. Auf deine Weise.

Und nun zum nächsten Tipp:

 

Tipp Nummer 2: Träume und Visionen erlauben

Wir könnten die dunkle Zeit auch als eine Einladung zum Träumen verstehen.

Uns das Träumen erlauben, wie ich hier schrieb: Erlaubnis zum Träumen.

Nach innen gewandt erfahren wir mehr darüber, was wir uns eigentlich wünschen. Was in uns lebt und ausgedrückt oder realisiert werden will.

Dabei müssen wir das jetzt nicht umsetzen oder akribisch planen. Sondern einfach träumerische Momente entstehen lassen – mal eine Stunde, ein Nachmittag, wo wir die Gedanken wandern lassen.

Das Thema ist so zentral, dazu gibt es einen weiteren Artikel: Vom Träumen und vom Sinn des Lebens. Teil 1: Tagträumen.

 

Und nun zum nächsten Tipp:

 

Tipp Nummer 3: Untätigkeit zulassen

Das hier klingt ähnlich wie die ersten beiden, ist aber eine andere Variante: Die reine Untätigkeit.

Klassischerweise der Zustand, wenn wir eine Erkältung haben! Wir können nichts tun.

 

Wie wäre es, die pure Untätigkeit auch ohne Kranksein einfach mal so im Leben zuzulassen?

Weder Tun noch Nicht-Tun; weder träumen noch irgendwas.

Und wenn du trotzdem mal richtig hochfahren musst?

Das kommt vor.

Untätigkeit kann dann heißen, dass du nach produktiver Tätigkeit, Abenteuer oder Stress wieder herunterfährst und nach Wegen suchst, mal nichts zu tun. Also nicht von dir erwartest, dass du jetzt immer weiter auf dem Niveau funktionieren musst. Sondern dich auch wieder untätig erholen.

 

Kreative Untätigkeit

Untätigkeit kann vieles heißen, vielleicht herumgammeln auf dem Sofa, herumliegen im Bett. Sich treiben lassen, sich keine Rechenschaft ablegen. Eine monontone Tätigkeit, wo wir gut nebenher die Gedanken laufen lassen können.

Kreativ gesprochen, ist die Untätigkeit erholsam und in sich auch schöpferisch: Wir lassen das Unbewusste einfach seinen Job machen. Ohne uns.

Später können dann Lösungen in uns aufkommen, an die wir gar nicht dachten. Wir sind dafür sozusagen nicht mehr zuständig. Unser Unbewusstes macht es von alleine.

Und jetzt zu einer weiteren Variante, einfach deshalb, damit du dir das für dich Passende aussuchen kannst:

 

Tipp Nummer 4: Atmen und spüren

Atmen und spüren: Dieser Ansatz, den November erfüllend zu gestalten, ist körperbetont.

Atempausen können uns nämlich konkret mit innerer Energie auftanken.

Wir können dabei unseren Körper spüren.

Freundlich zu uns sein.

 

Sitzen oder liegen und einfach atmen und spüren – das ist so schön!

Spüren bedeutet auch: das eigene Energielevel spüren und uns danach richten.

(Eine ungewöhnliche Kunst, ich weiß! Die wenigsten können das.)

 

Es gibt viele wundervolle Atemübungen

Sie erscheinen als eine Kleinigkeit, sind aber machtvoll, weil sie uns mit dem eigenen Leben im menschlichen Körper verbinden.

Eine Atemübung habe ich hier beschrieben: Die 4- bis 6-Atemübung – ganz einfach auf Ruhe umschalten

Weitere folgen noch.

 

Wenn der November sich dem Ende zuneigt

Die Kunst des Nicht-Handelns, das Träumen, (kreative) Untätigkeit und Atmen & Spüren. Das waren die vier Tipps für einen balancierten November.

Diese Tipps können dir helfen, im November – in der Saison – anzukommen. Du wählst, was dich am Ehesten anspricht.

(Die Übergänge sind fließend. Es ist nicht wirklich notwendig, zu unterscheiden.)

 

Und wenn du dich dann auf deine eigene Weise entspannt hast absinken lassen – dann kann es sein, dass du auch schon in Richtung Advent und Weihnachten denken willst.

Auf eine gemächliche, sinnende Weise.

Dazu nun mein letzter Tipp:

 

Tipp Nummer 5: Vorfreude und gemächliche Vorbereitung

Ich weiß ja nicht, wie es dir geht: Lebkuchenregale im September sind mir zu früh. Glitzernde Elche im Oktober auch. Nun gut, ist eben so. Energieverschwendung, sich darüber aufzuregen.

Aber jetzt ist ja schon November. Und was wir da durchaus tun können: unsere Gedanken darauf lenken, wie wir Advent und Weihnachten gerne hätten.

Die Weihnachtszeit wird kommen und muss uns nicht überraschen.

Kein wildes Hochdrehen und heftiges Abbremsen. Sondern eine gewisse Geschmeidigkeit. Das heißt, wir können uns schon mal gemütlich darauf vorbereiten.

 

Selbst, wenn du religiös gar nicht Weihnachten feierst, ist die Zeit im Westen kulturell auf eine bestimmte Weise geprägt.

Was davon kommt dir entgegen? Was möchtest du erleben?

 

Zur gemütlichen Einstimmung sehe ich folgende Möglichkeiten

  1. Uns ausmalen, was für eine Art von Advents- und Weihnachtszeit uns wirklich entsprechen würde. Was möchtest du, was nicht? Du darfst dir was wünschen! (Wünsche sind ein Wegweiser.) Anne-Barbara Kern hat auf ihrem Blog Hochsensibelsein zum Beispiel einen Artikel darüber geschrieben: dass Hochsensible auch an Weihnachten andere Bedürfnisse haben können als andere Menschen, und wie sie sich selbst mehr gerecht werden könnten.
  2. Uns darauf freuen und in eine vorfreudige Stimmung kommen. Das bedeutet, jetzt schon Freudepunkte zu sammeln und dich dadurch zu stärken. Das gewünschte, stimmige Gefühl könnte eine Wärme sein oder Verbundenheit; Feierstimmung oder angenehme Stille – je nachdem, was dich anspricht. Mach Weihnachten so, dass du dich darauf freuen kannst!
  3. Ein bisschen früh dran sein und gemütlich ein paar Schritte unternehmen. Womit kannst du dir Advent und Weihnachten angenehmer machen? Vielleicht jetzt schon ein bisschen putzen und früh schmücken, für ein paar Geschenke sorgen, backen oder schon mal Essen planen? Was geht für dich, gemächlich als eine Praxis der Vorfreude?
  4. Uns treiben lassen. Wenn schon gemütliche Vorbereitung zu stressig klingt – gib dir frei. Senke die Ansprüche und Stressoren radikal ab. Tu nur das Minimum, um das es dir leid täte. Erlaube dir selbstbestimmte Entspannung auf deine Weise. Es wird sich schon ergeben.

Das waren meine Ideen.

Ich hoffe, dass du Inspiration daraus ziehen konntest.

Danke für dein Interesse an meinem Blog!

Eine gute Zeit wünscht dir

Jana Lindberg

 

Weitere träumerische Artikel

 

English summary

Novemberlandschaft

November: 5 tips to help you keep your balance

We can have a balanced, fulfilling November if we adapt to the natural rhythm of time.

Where I live, November is the third month of autumn. It means less and less light, more darkness. Many of us feel our energy decrease. Sometimes we even feel depressed and then we worry: What is the matter with us?!

But look again: It’s a completely natural process. The trees draw their juices back to their core, the ground is covered with leaves to protect it. The growth now takes place on the inside.

Only we human beings think we should do the same – or more – as always. Do we have to rush through with full speed and power till Christmas?

Personally, I’m not thriving with that mode!

I want to suggest to flow along with the season.

 

But what’s the season for November?

To me – where I live, in Germany, in our climate and Thanksgiving not playing any role in our culture – it’s very much giving in to the downwards movement of energy.

According to Chinese philosophy, the light of summer decreases and so does the energetic Yang energy (the fire, the strength, the doing).

In November the Yang sinks more and more to reach its lowest point in December. In winter the Yin has its climax: the quality of allowing and being, the coolness, the shadow.

Yin is the ability to let things emerge something without active intervention – without effort. It also means being able to let some things rest.

It is so not the usual hustle and bustle!

 

So I say: Allow the Yin to grow. Go with the natural season instead of fighting against it.

And how do we do it?

I have five suggestions!

 

Tip number 1: The art of non-action

Do less and accomplish more. Stop unnecessary effort.

For example, in Chinese Dao De Jing it says, „Practice the art of non-doing, and everything comes together.“

 

Trust in the creative flow, in the power of the unconscious: You don’t have to DO everything yourself!

The art of non-action is an energy-saving way of life.

It is an attitude with much less struggle:

  • allow things to arise or unfold,
  • remain mindful of the moment and accept the current situation,
  • think about what has do be done – and what hasn’t,
  • wait and then do a little something at the right moment.

And now to the next tip:

 

Tip number 2: Allow dreams and vision

We could also understand the darker time of the year as an invitation to dream.

I wrote about daydreaming here: Permission to dream.

Turning inwards, we learn more about what we actually want. What lives in us and wants to be expressed or realized.

We don’t have to implement or plan that now. Instead, we simply let dreamy moments arise – sometimes an hour, an afternoon, where we let our thoughts wander.

 

And now to the third tip:

 

Tip number 3: Allow inactivity

It sounds similar to the first two, but it a little different: pure inactivity.

Classically the state when we have a cold! When we can’t do anything.

How about allowing ourselves a little inactivity now and then without being ill?

Maybe you want to hang around on the sofa, lying around in bed. Let yourself drift.

It’s even said to make people more creative: Inactivity is restful and creative in itself. We simply let the unconscious do its job. Without us.

Later, solutions can emerge in us that we didn’t even think about. We are not responsible for the results! Our unconscious does the job for us.

 

And now to another variant, simply so that you can choose the one that suits you best:

 

Tip number 4: Breathe and feel

Breathe and feel: This approach to making November fulfilling is body-focused.

Breathing pauses can fill us up with inner energy.

We can feel our body.

Being friendly to ourselves.

Feeling also means feeling one’s own energy level and following it. (An unusual art, I know! Most of us don’t.)

Breathing exercises connect us with our own life in the human body.

 

These four tips can help you arrive in November – in the actual season. You choose which tip appeals most to you.

And when you’ve successfully slowed down – you may want to think about Advent and Christmas.

In a leisurely, contemplative way.

So to my last tip:

 

Tip number 5: Anticipation and leisurely preparation

I suggest preparing yourself for the Thanksgiving Christmas season in an unhasty manner.

Even if you don’t celebrate Christmas religiously at all, this time of year is simply culturally influenced in a certain way.

Which of these forms suits you best? What do you want to experience? And what don’t you want?

  1. Imagine what kind of Thanksgiving and Christmas season would really suits you. You may wish for something! Choose so it’s good for you.
  2. Have a time of lovely anticipation, not stress. Make Christmas so that you can look forward to it! You can adjust to the mood you want to experience.
  3. And then, unhastily, be a little early with your actions and take a few steps you find easy. What can you do now to make these weeks more pleasant and unstressful? In not-doing way?

Have a good time.

Yours, Jana

Translated with the help of www.DeepL.com/Translator

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.